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Bild 1 von 12. Diese Montage war eins der populärsten Fotos, das im Netz kursierte: Über New York dräut ein Superzellengewitter. Bildquelle: Facebook.
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Bild 2 von 12. Mit der zunehmenden Stärke erhielt Hurrikan Sandy in den US-Medien den Spitznamen «Frankenstorm» verpasst. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 3 von 12. Man ging spielerisch mit der drohenden Gefahr um: Die Freiheitsstatue versteckt sich hinter dem Sockel vor dem Hurrikan. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 4 von 12. New York wurde schon oft zerstört - im Kino: Szenen aus Katastrophenfilmen (hier «Deep Impact») kursierten im Netz. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 5 von 12. Finde den Fehler: Bildergalerien zeigten echte neben falschen Hurrikanbildern. Hier eine Szene aus «Independence Day» . Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 6 von 12. Als «falsch, aber beeindruckend» wurde diese Bildmontage entlarvt. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 7 von 12. Echt oder falsch? Nun, ganz so hoch wie im Film «The Day after Tomorrow» (2004) stieg das Wasser nicht. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 8 von 12. Godzilla, der Weisse Hai und der Marshmallow Man: Die Film-Anspielungen wurden hier auf die Spitze getrieben. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 9 von 12. Auch Mitt Romney bekam dank Sandy sein Fett weg: Dass sich ihre Pointen verschieben, liegt in der Natur der Meme. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 10 von 12. Oft werden Meme miteinander verbunden (hier mit dem «Skeptical Third World Kid»), um eine neue Pointe zu generieren. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 11 von 12. Zwei Fliegen mit einem Mem: Hier wird Apples Klagewut veräppelt - und zugleich die fragwürdige Qualität der Apple Maps. Bildquelle: knowyourmeme.com.
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Bild 12 von 12. Oppa Gangnam Storm: Der koreanische Musiker Psy tanzt in dieser Bildmontage mitten im Hurrikan Sandy. Bildquelle: knowyourmeme.com.
Die Atlantische Hurrikansaison 2012 war fast vorbei, die US-Präsidentenwahl und Halloween standen vor der Tür, als sich Ende Oktober Hurrikan Sandy über der Karibischen See bildete. Der Sturm der Kategorie 1, also der stärksten Kategorie, zog nordwärts über Jamaika, Kuba und die Bahamas und traf schliesslich auf der Höhe von New Jersey auf das Festland der Vereinigten Staaten.
Behörden und Blogger bereiten sich auf Sandy vor
Nach der desaströsen Erfahrung mit Hurrikan Katrina im Jahr 2005 war die mediale Aufmerksamkeit bei diesem Wirbelsturm besonders gross. Die US-Behörden warnten die Bevölkerung frühzeitig, in mehreren US-Bundesstaaten riefen die Gouverneure bereits vor dem Eintreffen des Wirbelsturmes den Notstand aus, in New York wurden ganze Viertel evakuiert - immer von Bloggern und den Massenmedien begleitet. Mit «Frankenstorm» war der Spitzname der US-Medien für den Monstersturm schnell gefunden - eine erste Inspiration für das Sandy-Mem.
Echter Sturm, aber falsche Tweets und manipulierte Bilder
Denn während der Sturm über Kuba und die Bahamas in Richtung US-Ostküste zog, hatte auch die Internetgemeinde genug Zeit, sich mit Sandy zu beschäftigen. Während einige Behörden (z. B. das National Hurricane Center) anfingen, per Twitter über Sandy zu informieren, tauchten ebenso schnell falsche Twitteraccounts auf, wie @AHurricaneSandy, der dem Sturm eine Stimme gab, oder @RomneyStormTips, eine Parodie auf den Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney mit gut gemeinten, satirischen Ratschlägen («Falls ihr kein eigenes Ferienhaus habt, in das ihr euch retten könnt, nehmt einfach eins von euren Eltern.»)
Die Analogie zu Katastrophenfilmen wie «The Day After Tomorrow» oder «Deep Impact», in denen New York regelmässig und systematisch zerstört wird, war schnell gemacht. Bildergalerien kursierten auf Blogs, die sowohl echte wie auch manipulierte Fotos von Sandys Auswüchsen zeigten. Auch der Name «Frankenstorm» regte zu einigen Photoshop-Montagen an.
Auf Twitter, Reddit and Tumblr tauchten «Macro Images» auf, die auf andere Internet-Meme verwiesen. Hier waren vor allem Imminent Ned und Skeptical Third World Kid populäre Macros.
Mit dem Schrecken umgehen
Als Hurrikan Katrina im Jahr 2005 auf das amerikanische Festland traf, kamen 1800 Menschen durch den Sturm und dessen Folgen ums Leben. Der Sachschaden belief sich auf etwa 81 Milliarden US-Dollar. Angesichts dieser Zahlen wirken die Sandy-Meme zynisch und makaber.
In der Realität herrschte dann auch weniger der Sarkasmus vor als die Sorge vor der unberechenbaren Naturgewalt: Je grösser Sandy wurde, desto grösser wurde die Angst vor einer ähnlichen Katastrophe wie bei Katrina. Aber: Ein Mechanismus, mit Angst umzugehen, ist ihr ins Gesicht zu lachen. Das erklärt die vielen satirischen Mem-Auswüchse bei Sandy, die man der Kategorie «Galgenhumor» zuordnen kann.