In neun Ländern sind in kurzer Zeit weit über 1000 Häftlinge ausgebrochen. Etwa in Libyen, Irak oder Pakistan. Interpol vermutet nun einen Zusammenhang.
Das Terrornetzwerk Al-Kaida werde verdächtigt, in Massenausbrüche mutmasslicher Extremisten verwickelt zu sein, erklärte die internationale Polizeiorganisation. Interpol rief seine 190 Mitgliedsländer zur Zusammenarbeit auf, um «festzustellen, ob diese jüngsten Ereignisse koordiniert oder miteinander verbunden waren».
Sollte ein «Terrorist auf der Flucht» in einem Land gesichtet werden, müssten die jeweiligen Herkunftsländer informiert werden. So will Interpol mögliche weitere Terrorattacken verhindern. Am vergangenen Wochenende waren mehr als 1000 Häftlinge aus einem Gefängnis im libyschen Bengasi geflohen. Im Nordwesten Pakistans griffen schwerbewaffnete Taliban zwei Tage später ein Gefängnis an und befreiten rund 300 Häftlinge.
Die US-Regierung hatte bereits am Freitag vor möglichen Terrorangriffen von Al-Kaida und Verbündeten «vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika» im Monat August gewarnt. Washington erliess deshalb eine globale Reisewarnung. Der «Travel Alert» gilt als aussergewöhnlich. Es ist eine kurzfristige Warnung.
«Spezifische» Bedrohung
US-Generalstabschef Martin Dempsey sagte dem Fernsehsender ABC News, Ziel der möglichen Anschläge seien «die Interessen des Westens, nicht nur der USA». Es liege eine Bedrohung vor, die «spezifischer» sei als in früheren Fällen. Auch der republikanische Abgeordnete Peter King sagte, die aktuelle Bedrohung sei «spezifischer als jede andere, die ich in den vergangenen zehn Jahren gesehen habe».
Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, die Warnung vor Anschlägen beruhe auf abgefangener elektronischer Kommunikation zwischen Anführern des Terrornetzwerks Al-Kaida.