«Kassensturz» hat die Experten des VZ Versicherungszentrum damit beauftragt, die Prämien der grössten Versicherer für drei Alterskategorien zu verggleichen.
Prämienbeispiel 1: Ein 19-jähriger, lediger Schweizer mit Wohnort Frauenfeld und einem Mittelklassewagen.
Grosse Unterschiede
Der Vergleich zeigt: zwischen dem günstigsten Angebot von Generali (1638.- Fr.) und dem teuersten von AXA Winterthur (2877.- Fr.) ist eine happige Differenz von mehr als 1200.- Fr. Ein Vergleich lohnt sich für Junglenker besonders. (Vollständige Übersicht in der Tabelle)
«Neben dem Vergleichen von mindestens drei Offerten lohnt sich auch zu verhandeln», rät VZ-Versicherungsexperte Stefan Thurnherr. Dann liegen im Schnitt nochmals 20 Prozent drin.
Und: «Wichtig ist auch, das Kleingedruckte anzuschauen. Bei den Junglenkern gibt es Versicherer, die bieten zum Beispiel den Grobfahrlässigkeits-Schutz nicht an. Der ist besonders wichtig für einen Junglenker.»
Versicherer berechnen eine Auto-Haftpflichtversicherung anhand vieler Faktoren. Alter, Nationalität, Wohnort und Geschlecht des Fahrers, Fahrerfahrung, Automarke, ist das Auto gekauft oder geleast: All dies spielt eine Rolle bei der Berechnung der Jahresprämie. Denn die Versicherungen teilen ihre Kunden mit Hilfe ihrer eigenen Unfall- und Kostenstatistiken in Risikogruppen ein.
Unfallfreie 30-Jährige fahren gut
Das zweite Prämien-Beispiel: Ein 30-Jähriger mit den sonst identischen Angaben wie im ersten Beispiel. Der Vergleich zeigt: die Prämien betragen noch ein Bruchteil der Prämien des 19-Jährigen, dank des Bonus-Rabatts für die Unfallfreiheit und die Fahrerfahrung.
Doch auch bei den 30-Jährigen sind die Unterschiede von Versicherung zu Versicherung beträchtlich. Das günstigste Angebot kommt von Helvetia mit 519.- Franken, das teuerste von den Basler Versicherungen mit 765.- Franken, 246.- Franken oder 47 Prozent teurer.
Erfahrene Fahrer haben laut Versicherungsexperte Stefan Thurnherr spezifische Anforderungen an eine Haftpflichtversicherung: «Ganz entscheidend bei einem erfahreneren Lenker ist, dass er den Bonus schützt, den er sich erarbeitet hat mit dem sogenannten Bonus-Schutz. Der sollte in der Versicherung drin, sodass, falls er einen Schadenfall hat, es ihn nicht gleich auf 100% katapultiert.»
Alt-Lenker mit wenig Nachteilen
Für das dritte Prämien-Beispiel wählte «Kassensturz» einen 70-Jährigen mit nochmals den gleichen Angaben zur Person, Auto und Wohnort. Aufgrund der Unfallstatistiken müsste ein Senior eine höhere Prämie haben als ein 30-Jähriger.
Doch die Versicherungen im Vergleich machen für 70-Jährige kaum einen Aufschlag: Wie auch beim 30-Jährigen macht Helvetia mit 519.- Franken das günstigste Angebot und die Basler Versicherungen mit 765.- Franken das teuerste.
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