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Geschwisterkinder: «Uns gibt es auch noch…»

«Ich wollte als Kind niemandem zur Last fallen», sagt Joel*. «Deshalb habe ich meine Gefühle unterdrückt.» Der 22-Jährige ist mit einem behinderten Bruder aufgewachsen. Genau wie Lea*: «Uns hat niemand gesehen.» So genannte Geschwisterkinder sind stark belastet, entwickeln aber auch Stärken.

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Ende März 2025 ist die erste Schweizer Studie zu Geschwistern von Kindern mit Behinderung veröffentlicht worden. Die Belastungen sind gross, weiss die Studien-Verantwortliche Judith Adler von der Hochschule Luzern: «Die Kinder fühlen sich von den Eltern vernachlässigt oder müssen zu viel Verantwortung übernehmen.»

Etwa ein Drittel der Geschwisterkinder leidet unter hohen Belastungen. Aber nicht alle, viele ziehen auch Stärken aus der Beziehung zu ihrem Geschwister mit Beeinträchtigung, sagt Judith Adler: «Einige sind sehr empathisch, sind früh selbstständig oder haben früh gelernt, sich abzugrenzen und nein zu sagen.»

«Input» schaut hin und spricht mit zwei betroffenen Geschwisterkindern über Ängste, Einsamkeit und Selbstaufgabe.

*Nachname der Redaktion bekannt

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In dieser Episode zu hören ist:
· Lea (26) und Joel (23), Geschwister von David (21), der eine Behinderung hat.
· Judith Adler, Kompetenzzentrum Behinderung und Lebensqualität (BuLQ) Hochschule Luzern

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- Autorin: Mariel Kreis
- Publizistische Leitung: Anita Richner
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Das ist «Input»:
Dem Leben in der Schweiz auf der Spur – mit all seinen Widersprüchen und Fragen. Der Podcast «Input» liefert jede Woche eine Reportage zu den Themen, die euch bewegen.
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00:00 Intro
01:08 Input trifft Lea, Joel und David
08:34 Gespräch über Belastungen
13:21 Forscherin: Ergebnisse der Studie
19:28 Ressourcen von Geschwisterkindern
23:47 Belastungen von erwachsenen Geschwisterkindern
28:53 Fazit

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