Es ist Wochenende und damit Zeit fürs Kino-Feeling zu Hause. Alte Klassiker und aktuelle Filme zu sehen auf Play SRF.
«Call Jane» – Drama mit Sigourney Weaver und Elizabeth Banks
- Darum geht es: Die Janes organisieren sichere Schwangerschaftsabbrüche, bevor mit dem Urteil “Roe vs. Wade” 1973 der Zugang zu legalen Abtreibungen in den USA ermöglicht wurde.
- Erster Satz: «Bleiben sie zurück, Ma'am.»
«Call Jane» ist der Film, der zeigt, wie eine Gruppe mutiger Frauen in den 1960ern nicht nur Abtreibungen organisiert, sondern dabei auch noch das Leben von Frauen in Not rettet – und das alles, während sie einen «Geheimclub» im Stil einer feministischen Superheldenorganisation führen.
Als Joy, eine gutbürgerliche Hausfrau, nach einer ungewollten Schwangerschaft verzweifelt nach einer Lösung sucht, stösst sie auf die «Janes» – ein geheimes Netzwerk, das Abtreibungen durchführt, obwohl das gesetzlich streng verboten ist. Anstatt sich von den üblichen 60er-Jahre-Tabus abschrecken zu lassen, wird Joy immer mehr zur wahren «Call Jane»-Botschafterin. Die Mission: Frauen helfen, ohne dabei ein einziges Mal in einem Krankenhaus zu landen.
Zwischen illegalen Abtreibungen, grossartigen Frauenfreundschaften und einem Hauch von Humor, der nicht fehlen darf, erleben wir die wilde Reise einer Hausfrau, die zur Aktivistin wird – und dabei mehr als nur ein bisschen Ärger verursacht. Ein Film, der zeigt, wie viel Power in einem einfachen Telefonanruf stecken kann!
Elizabeth Banks war während der Dreharbeiten übrigens selbst schwanger, was der Produktion eine zusätzliche Schicht Realismus verleiht. Nicht nur der Film selbst besticht, sondern auch der Soundtrack fängt die rebellische, kämpferische Stimmung der Zeit wunderbar ein.
«Helden der Wahrscheinlichkeit» – Komödie mit Mads Mikkelsen
- Darum geht es: Nerds begeben sich auf einen Rachefeldzug
- Erster Satz: «Guten Abend.»
Bei einem Zugunglück in Dänemark stirbt eine Frau. Sie hinterlässt Tochter und Ehemann, einen Berufssoldaten. Vater und Tochter tragen schwer am Verlust, als ein seltsames Trio auftaucht, das die Unfalltheorie in Zweifel zieht: Sie gehen von einem Anschlag aus.
Was folgt, ist ein furioser Mix aus Action, Rache, schwarzem Humor und, naja, viel viel Mathematik.
Die Moral von der Geschichte? Wahrscheinlich ist, dass Rache und Gerechtigkeit viel besser funktionieren, wenn man eine Gruppe von Nerds zur Seite hat – und natürlich auch ein bisschen Glück. Und Mads Mikkelsen? Der liefert wieder einmal eine Performance, die so gut ist, dass selbst die Wahrscheinlichkeit, dass er in einem Drama grandios ist, bei 100 % liegt.
«Die Frau im Nebel» – Krimi von Park Chan-wook
- Darum geht es: Detektiv stürzt sich in ein gefährliches Spiel aus Lügen, Verlangen und moralischen Dilemmata.
- Erster Satz: «Wir haben zurzeit kaum Mordfälle.»
Ein hartgesottener Detektiv wird in einen mysteriösen Todesfall verwickelt, als die Frau eines erfolgreichen Geschäftsmanns tot am Fuss eines Berges gefunden wird. Doch das Ganze stinkt – wie es sich für einen Park-Chan-wook-Film gehört, gibt es viele verdächtige Blickwechsel, dramatische Musik und jede Menge Spannung. Als der Detektiv die hübsche Witwe ins Visier nimmt, wird er nicht nur von seinem Job, sondern auch von seinen Gefühlen hin- und hergerissen.
Der Film ist ein gekonnter Mix aus Thriller, Romantik und psychologischem Drama – gepaart mit einem Schuss «Was passiert hier eigentlich?» und «Sind die beiden jetzt ein Paar oder steht er einfach nur auf ihren mysteriösen Nebel-Look?» Zwischen ständiger Überwachung, unerforschten Geheimnissen und wirklich beeindruckend dramatischen Regen-Szenen stolpert der Detektiv also durch ein Labyrinth aus Lügen und Verlangen.
Die Frage bleibt: Ist sie die Femme Fatale oder einfach nur eine Frau, die ihren Mann verloren hat? Aber hey, wer braucht schon Antworten, wenn der Nebel so schön aussieht?