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Batman-Schauspieler gestorben Val Kilmer spielte seine Rollen nicht, er lebte sie

Er war Iceman, Batman und Jim Morrison. Der vielseitige Schauspieler mit Hang zum Exzess ist mit 65 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Nachruf auf einen Nonkonformisten.

«This Is The End»: 1991 sassen wir im Kino, schwärmten vom 20 Jahre zuvor verstorbenen charismatischen Doors-Frontman Jim Morrison, den wir nie selbst erlebt hatten und sahen dabei Val Kilmer zu, für den wir ab sofort auch schwärmten. Zum Verwechseln gut spielte Kilmer Morrison, war Morrison – und wir dachten ab sofort immer auch an Val Kilmer, wenn wir Musik der Doors hörten.

Paar in Pelzmänteln posiert draussen vor einem Gebäude.
Legende: Meg Ryan als Pamela Courson und Val Kilmer als Jim Morrison in «The Doors» (1991). IMAGO/Allstar

Der bedeutende Filmkritiker Roger Ebert schrieb damals, Kilmer sei so sehr Morrison, dass das kein Fall von Casting sei, sondern von «possession», von Inbesitznahme.

Im Kampfjet und auf dem Pferderücken

Für viele Fans ist aber nicht Jim Morrison, sondern Tom «Iceman» Kasanzky aus «Top Gun» (1986) die Paraderolle Val Kilmers, als anfänglicher Konkurrent von Tom Cruises Figur Pete «Maverick», der später zu dessen Lebensretter und Freund wird.

5 Filme mit Val Kilmer, die man gesehen haben muss

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«Top Gun» (Tony Scott, 1986)
Im 80er-Kultfilm geht es um junge Kampfjetpiloten, die an der Elite-Flugschule Top Gun trainiert werden. Val Kilmer ist Iceman, erst Antagonist, späterer bester Freund der Hauptfigur Maverick (Tom Cruise).

«Willow» (Ron Howard, 1988)
Fantasy-Klassiker mit Kilmer als Schwertkämpfer, der einem kleinen Volk hilft, ein Kind zu retten.

 «The Doors» (Oliver Stone, 1991)
Val Kilmer in seiner nahezu perfekten Verkörperung des Doors-Frontmanns Jim Morrison.

«Batman Forever» (Joel Schumacher, 1995)
Regisseur Schumacher sagte über Val Kilmers Darstellung des Flatterhelden, er sei der beste Batman aller Zeiten.

«Bad Lieutenant: Port Of Call New Orleans» (Werner Herzog, 2009)
Im kultigen Abel Ferrara-Remake über den Höllenritt eines Cops spielt Val Kilmer einen Kollegen des exzessiv aufspielenden Nicolas Cage.

«Top Gun» machte Val Kilmer weltweit berühmt. Aber nicht nur im Flugzeug machte er eine gute Figur: zwei Jahre später sass er im Fantasy-Epos «Willow» auf dem Pferderücken.

Geboren wurde Val Kilmer am Silvesterabend 1959 in einem Vorort von Los Angeles, er hatte irische, deutsche, schwedische und Cherokee-Wurzeln. Später war er 17-jährig der jüngste Student, den die renommierte Schauspielabteilung der Juilliard School in New York je aufgenommen hatte.

Ausnahmeschauspieler und schwieriger Charakter

Val Kilmer ging jeweils vollends in seinen Rollen auf, spielte sie nicht nur, sondern lebte sie bis zum persönlichen Exzess.

Einfach war das nicht, weder für ihn noch für die, die mit ihm zusammenarbeiteten: als er in Joel Schumachers «Batman Forever» (1995) Michael Keaton als Batman abgelöst hatte, kehrte er für den zweiten Schumacher-Batman nicht zurück. Schauspieler und Regisseur waren am Set mehrfach aneinandergeraten – obwohl Joel Schumacher zuvor gesagt hatte, Val Kilmer sei der beste Batman aller Zeiten gewesen.

Mann im Batman-Kostüm mit Frau, die sich an ihn lehnt.
Legende: Val Kilmer neben Nicole Kidman in «Batman forever» (1995). IMAGO/Prod.DB

Auch andere Regisseure weigerten sich, mit dem zwar brillanten Schauspieler, aber offenbar schwierigen Charakter mehr als einmal zusammenzuarbeiten. «Zwei Dinge würde ich im Leben nie tun: den Mount Everest besteigen und nochmal mit Val Kilmer arbeiten», wird zum Beispiel der Regisseur von «The Island of Dr. Moreau» John Frankenheimer zitiert.

Vom Kehlkopfkrebs genesen, aber stimmlos

So schwierig Val Kilmer bei der Arbeit am Filmset gewesen sein mag, seine Filmografie ist beeindruckend und unglaublich vielseitig.

Er gab den fiesen Gangster (zum Beispiel in Michael Manns «Heat» neben Robert De Niro und Al Pacino) ebenso beeindruckend wie den kühlen, ehrgeizigen Air Force-Piloten: 2022 schlüpfte er übrigens nochmal in die Rolle als «Iceman», der Wingman von Pete «Maverick» Mitchell (Tom Cruise) in «Top Gun: Maverick».

Da war er bereits von Krankheit gezeichnet – seine Rolle war stimmlos. 2015 war Val Kilmer an Kehlkopfkrebs erkrankt, den er zwar überstand, an dem er aber seine Stimme verlor. Nun ist er 65-jährig nach einer Lungenentzündung verstorben.

Radio SRF 4 News, Nachrichten, 2.4.2025, 10:02 Uhr

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