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Bild 1 von 5. «Bitte lächeln!»: Wenn er nicht gerade Abenteuer für Titeuf erfindet, zeichnet Zep Karikaturen und Comics für «Le Monde». Bildquelle: Zep/Delcourt.
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Bild 2 von 5. Der Westschweizer Zep ist ein international renommierter Künstler. Sein Titeuf gehört wie Asterix, Spirou oder Corto Maltese zur grossen Comic-Familie. Bildquelle: Zep.
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Bild 3 von 5. 1991 kritzelte Zep erstmals Titeuf in eines seiner Skizzenbücher. Zwei Jahre später erschien der erste Comic. Bildquelle: Glénat 2012.
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Bild 4 von 5. Nicht nur Zep kann sich mit Titeuf identifizieren: «Hast Du noch eine Münze? Ich habe vergessen, ein Bild für den Pass zu machen.». Bildquelle: Zep/Glenat.
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Bild 5 von 5. «Le concert dans l'oeuf, d'après Jérôme Bosch»: Zep wagt sich auch an Klassiker der Kunstgeschichte. Bildquelle: Zep.
Die gelbe, hohe Haartolle auf dem Kopf ist sein Markenzeichen. Titeuf denkt über Fragen der Migrationsbewegung oder Teilzeitarbeit nach. Er prügelt sich auf dem Pausenplatz und versagt in Matheprüfungen. Nicht zuletzt beschäftigen ihn die Mädchen und die Sexualität.
Tabus gebe es keine für Titeuf, sagt sein Schöpfer Zep alias Philippe Chappuis: «Anders als Erwachsene reden Kinder mit Gleichaltrigen über alles, was sie sehen und was ihnen durch den Kopf geht.»
Pubertärer Blick ins Jetzt
Seit 1991 zeichnet der Westschweizer Geschichten rund um diese Figur. Das Verhältnis von Zep zu seinem Titeuf ist aussergewöhnlich. Für Titeuf blickt Zep durch Kinderaugen auf die Welt: «Titeuf erlaubt mir, meine Kindheit zu verlängern.»
Zep schöpft die Geschichten aus seiner Erinnerung, versetzt sich zurück in seine eigene Gefühlswelt während der Pubertät. Diese verknüpft er mit Themen aus dem Heute.
Zeichnend Streiche aushecken
Zep zeichnet nicht nur Titeuf. Für einen Blog von «Le Monde» zeichnet er Karikaturen und Comics. Wenn er jedoch an einer Titeuf-Geschichte sitze, würde man es ihm – im Gegensatz zu anderen Arbeiten – sofort ansehen.
«Wenn ich Titeuf zeichne, bin ich in einem anderen Zustand. Sogar die Haltung, die ich am Zeichentisch einnehme, ändert sich. Wenn meine Frau ins Zimmer kommt, erkennt sie sofort, dass ich Titeuf zeichne. Ich sehe dann aus, als hecke ich gerade einen Streich aus.»
Ein unzertrennliches Team
Auch nach 25 Jahren falle es Zep nicht schwer, Titeuf-Geschichten zu erfinden: «Titeuf und ich kennen uns sehr gut. Ich öffne mein Heft und schreibe aus der Ich-Perspektive. Das läuft von allein.»
Ermüdend sei nach 14 Bänden aber, dieselben Orte, dieselben Räume immer wieder zeichnen zu müssen. Wenn Zep dann ein «Titeuf» fertig habe, freue er sich, was anderes zu machen.
Sehr bald jedoch fehle ihm der Bengel mit der blonden Tolle: «Ich vermisse Titeuf, wenn ich an etwas anderem arbeite. Wir haben eine sehr spezielle, sehr starke Beziehung zueinander.»
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur kompakt, 25. November 2016, 17 Uhr.