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Bild 1 von 3. Auswirkungen eines El Niños. Die Auswirkungen einer El Niño-Phase sind vielfältig: In Australien und Indonesien wird es trockener, Teile Australiens leiden unter Dürre mit Waldbränden. In Peru, Bolivien und Ecuador gibt es mehr Regen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. In den Südstaaten der USA wird der Winter nasser und im Norden wärmer als sonst. Bildquelle: SRF Meteo.
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Bild 2 von 3. Abweichung der Meerestemperatur. Die durchschnittliche Abweichung der Meeresoberflächentemperatur vom langjährigen Mittel (1981 - 2010). Die Daten wurden in der Woche vom 2 Juli 2014 erhoben. Bildquelle: NOAA Climate Prediction Center .
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Bild 3 von 3. Prognose verschiedener Modelle. Alle Modelle weisen eine positive Abweichung der Meeresoberflächentemperatur für die zweite Jahreshälfte aus, also El Niño. Unsicherheit besteht bezüglich Zeitpunkt und Abweichung. Alle Prognosen betreffen die Region zwischen 5° Nord und 5° Süd und zwischen 120° West und 170° West. Bildquelle: NOAA Climate Prediction Center.
Chancen für El Niño bei 80 Prozent
Im Monat Juni hat sich kaum etwas an den Vorhersagen des diesjährigen El Niños geändert. Die Wahrscheinlichkeit für einen El Niño 2014 liegt weiterhin bei 70 Prozent für die nördlichen Sommermonate und bei 80 Prozent für die nördlichen Herbstmonate. Änderungen gab es jedoch bei der Vorhersage der Stärke des El Niños. Die Klimatologen des NOAA Climate Prediction Center berichten, dass der diesjährige El Niño voraussichtlich nur noch schwach bis mässig ausfallen wird. Der Höhepunkt des El Niños wird womöglich im Spätherbst oder im frühen Winter erreicht sein.
Was dauert hier solange?
Der Sommer hat bereits begonnen. Und noch immer weiss man nicht, ob im Pazifik eine El Niño-Strömung einsetzen wird. Wo liegt das Problem? Die Atmosphäre ist das Problem.
El Niño hat zwei Komponenten: eine atmosphärische und eine ozeanische Komponente. Im Ozean kann man bereits deutliche El Niño-Indizien messen. Vor allem im östlichen Pazifik, entlang der südamerikanischen Küste liegen die Ozeantemperaturen über dem Durchschnitt. Die erhöhten Ozeantemperaturen kann man bis etwa 100 Meter unterhalb der Meeresoberfläche messen. Die überdurchschnittlichen Temperaturen deuten klar auf einen El Niño hin. Doch die Atmosphäre spielt nicht mit.
Während einer El Niño-Phase werden die Oberflächenwinde in der Nähe des Äquators schwächer, teilweise drehen sie auch ihre Richtung. Statt den typischen Ostwinden, misst man plötzlich Westwinde in äquatorialen Regionen. Gleichzeitig entstehen die grössten Gewittertürme nicht mehr über Indonesien, sondern im Zentrum des Pazifiks. Die Auswirkungen des El Niños variieren von Event zu Event, was die Diagnose eines El Niños nicht gerade erleichtert. Dennoch, bisher wurde in der Atmosphäre noch keines der typischeren El Niño-Muster beobachtet. Die Amerikanischen Forscher warten nun darauf, dass die Atmosphäre reagiert und das El Niño-Spiel mitspielt. Erst wenn Ozean und Atmosphäre anspringen, spricht man von El Niño.
Das Phänomen El Niño
Alle zwei bis sieben Jahre verändert El Niño das Strömungsmuster über dem Pazifik. Wirkt El Niño, schwächelt das Hoch vor Peru, die Meeresströmung wird langsamer und bringt weniger kaltes Wasser aus der Antarktis. Und es kommt weniger Tiefenwasser an die Oberfläche.
Die Auswirkungen eines El Niño sind vielfältig: In Peru, Bolivien und Ecuador fällt mehr Regen, es kommt oft zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Indonesien und Australien wird es trockener als sonst, oftmals ist der Osten Australiens auch von einer dramatischen Dürre betroffen.
In den USA erleben vor allem die Südstaaten einen nassen Winter, während es im Westen Kanadas und Teilen Alaskas wärmer ist als sonst. Europa ist von El Niño kaum betroffen.
Quellen
Modellberechnungen des NOAA Climate Prediction Centers