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Bild 1 von 7. In der Kammfabrik arbeiteten vor allem Einheimische. Fast jeder Mümliswiler kannte jemanden, der bei der Katastrophe ums Leben kam. Etliche Kinder verloren ihre Mütter oder Väter. Bildquelle: zvg.
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Bild 2 von 7. In diesen Ruinen fanden 32 Menschen den Tod. Auf der ganzen Welt wurde über die Brandkatastrophe von Mümliswil berichtet. Bildquelle: zvg.
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Bild 3 von 7. Das Massengrab auf dem Friedhof Mümliswil erinnert noch heute an die «Helden der Arbeit», die bei der Explosionskatastrophe vom 30. September 1915 verbrannten. Bildquelle: SRF/Marco Jaggi.
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Bild 4 von 7. Die Kammfabrik beschäftigte einige hundert Angestellte. Laut Ortshistoriker Josef C. Haefeli hatte es unter den Toten vor allem junge Arbeiterinnen, die in Panik geraten waren. Bildquelle: SRF/Marco Jaggi.
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Bild 5 von 7. Für das Aufräumen nach dem verheerenden Brand wurden Soldaten aufgeboten. Bereits im November 1915 wurde dann der Grundstein für den Wiederaufbau der Fabrik gelegt. Bildquelle: zvg.
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Bild 6 von 7. Im Museum «Haarundkamm» in Mümliswil erinnert ab dem 30. September eine Ausstellung an die Brandkatastrophe vor 100 Jahren. Ortshistoriker Josef C. Haefeli zeigt in der Ausstellung auch Originaldokumente von damals. Bildquelle: SRF/Marco Jaggi.
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Bild 7 von 7. Erst 2014 wurde diese Blechschatulle entdeckt, als im Gebäude der damaligen Kammfabrik ein Lift eingebaut wurde. Die Schatulle enthielt Dokumente vom Bau der Kammfabrik 1870 und vom Wiederaufbau 1915. Bildquelle: SRF/Marco Jaggi.
Ida Walter-Haefeli ist eine der ersten, die am 30. September 1915 zur Kammfabrik rennt. Das 17-jährige Mädchen vom Schneggenhof muss mit eigenen Augen ansehen, wie 32 Arbeiterinnen und Arbeiter in der brennenden Fabrik ums Leben kommen. Die grosse Fabrik-Türe, die nur nach innen aufgeht, hat sich nach einer Explosion verkeilt und lässt sich nicht mehr öffnen.
100 Jahre Explosionskatastrophe Mümliswil
In einem Interview von 1986 erinnert sich die Augenzeugin: «Es war furchtbar, schrecklich. Die konnten nicht raus. Und dann haben sie geschrien und geschrien, und sind erstickt und verbrannt. Sie schrien – es war ohnmächtig.»
Gefährlicher Zelluloidstaub
Die Aufnahme mit Ida Walter-Haefeli wird ab dem 30. September 2015 in einer Gedenkausstellung im Museum «Haarundkamm» in Mümliswil zu hören sein. Ausstellungsmacher und Ortshistoriker Josef C. Haefely präsentiert Radio SRF stolz weitere Schätze. Erst 2014 wurde eine Blechschatulle gefunden mit Dokumenten von 1915, als nach der Explosionskatastrophe der Grundstein für einen Neubau gelegt wurde. Auch diese Dokumente sollen in der Ausstellung «Brandspuren» gezeigt werden.
Explodiert war die Kammfabrik, weil sich Zelluloidstaub entzündet hatte. Aus dem feuergefährlichen Zelluloid (oder «Zäuerit», wie die Mümliswiler sagten) stellte die Fabrik die schmucken Kämme her, welche sie in die halbe Welt exportierte. Das Material hatte die Schildkrötenpanzer abgelöst, die immer schwieriger zu beschaffen waren.
Die ganze Schweiz spendete
32 Tote in Mümliswil – für das Dorf war es ein riesiges Drama. Familien mit sieben, acht oder neun Kindern verloren ihre Ernährer. Und etliche Einwohner waren traumatisiert. Ortshistoriker Haefely berichtet von Familien, die nach der Brandkatastrophe noch lange auf Weihnachtskerzen verzichteten.
Die Not ein wenig gelindert hat eine grosse Sammelaktion. Wie heute bei der Glückskette spendete die ganze Schweiz Geld für die Opferfamilien. Eine Zürcher Schulklasse schickte ihren Schulkameraden in Mümliswil Trostbriefe. Die Firma Knorr schickte Suppen, die Oltner Sunlight spendete Seifen.
Weshalb die Schulhaus-Türe heute nach aussen aufgeht
Wer trägt die Schuld am Drama? Die Frage wurde nie geklärt. Ein Gerichtsverfahren brachte kein Ergebnis. «Unglückliche Umstände» hätten zur Katastrophe geführt, hiess es.
Folgen hatte das schlimme Ereignis trotzdem – bis heute. So wurden nach der Katastrophe in Mümliswil schweizweit die Brandschutzvorschriften angepasst. Statt nach innen, wie damals die Fabrik-Türe der Kammfabrik, lassen sich die Türen von öffentlichen Gebäuden seither nach aussen öffnen.