Der Bund will rund 40 Millionen Franken in ein nationales Schneesportzentrum investieren. Dieses soll analog zum Sommerzentrum in Tenero jungen Sportlern Gelegenheit bieten, verschiedene Wintersportarten kennen zu lernen. Schulen aus der ganzen Schweiz sollen im Schneesportzentrum untergebracht werden. Gerechnet wird mit rund 60‘000 Übernachtungen pro Jahr.
Bündner Regierung freut sich
Der Bündner Regierungsrat Martin Jäger freut sich über den Entscheid des Bundes, das Zentrum auszuschreiben: «Wir haben nach Bern geschrieben und gewünscht, dass man nicht einfach ohne Evaluation einen Standort bestimmt», sagte er gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF. Wie eine Bündner Bewerbung für das Schneesportzentrum aussehen wird, ist allerdings noch unklar. Vier Regionen würden das Zentrum laut Jäger gerne bei sich haben: Davos, die Surselva, und zwei Standorte im Engadin. In den nächsten Wochen soll entschieden werden, ob der Kanton Graubünden nur eine Kandidatur einreichen wird, oder gleich alle.
Kantone wehrten sich
Letztes Jahr wurden die Pläne für ein solches Zentrum öffentlich. Der Bund hatte vor, es in Andermatt (UR) zu erstellen. Dagegen wehrten sich andere Kantone, darunter auch Graubünden. Sie wurden beim Bund vorstellig und verlangten eine öffentliche Ausschreibung. In Graubünden setzte sich vor allem das Unterengadin dafür ein. Die Region wollte sich auch als Standort bewerben.
Bund gibt nach
In Andermatt selber gehen die Arbeiten nicht so schnell voran wie geplant, heisst es beim Bund auf Anfrage. Dies und der Druck aus anderen Kantonen hätten zum Entscheid geführt, das Geschäft nun doch öffentlich auszuschreiben. Die Kantone können sich nun als Standort für das nationale Schneesportzentrum bewerben. Schon im Jahr 2016 sollen Teile des neuen Zentrums in Betrieb genommen werden.