Die Zeit des Lockdowns sei eine riesige Herausforderung für sie gewesen, sagt Firmeninhaber Roland Brack. Am Hauptsitz in Mägenwil, wo die Administration arbeitet, sei Homeoffice angesagt gewesen. Dies sei in Willisau jedoch nicht möglich.
Zum Päckli packen kann man nicht Homeoffice machen.
Da seien einerseits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgefallen, die zur Risikogruppe gehörten. Andererseits sei die Nachfrage in dieser Zeit so gross gewesen, dass sie ihren Personalbestand von 250 Angestellten in Willisau fast verdoppelt hätten. Als Dank für den grossen Einsatz in der schwierigen Zeit des Lockdowns erhielten mit dem Junilohn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Bonus, sagt Roland Brack: «Wir haben hierfür eine Viertelmillion Franken investiert.»
«Langfristiger Trend Onlinehandel»
Er habe durchaus gemischte Gefühle, weil er als Profiteur dieser Krise dastehe. «Aber wir haben einfach versucht, das Kundenbedürfnis abzudecken», sagt Roland Brack. Und was sagt er zum Vorwurf, der Onlinehandel mache den Detailhandel kaputt? «Ich verstehe, dass dies für bestehende stationäre Läden unangenehm ist. Aber es gibt diesen langfristigen trend, wir decken einfach das Kundenbedürfnis der Menschen ab, immer mehr online zu bestellen», sagt Brack.
Das Bestellaufkommen ist auch nach Aufhebung des Lockdowns noch sehr hoch. Aus diesem Grund hat die Handelsgruppe Competec mit Sitz in Willisau entschieden, statt eines Teilausbaus, das sich im Bau befindliche Erweiterungsgebäude komplett auszubauen. Die Logistik werde momentan zu stark beansprucht, man brauche deshalb mehr Kapazitäten. Langfristig rechnet Roland Brack mit 350 Angestellten in Willisau.
Lange Arbeitswochen und Schichtbetrieb
Die Platzverhältnisse seien im bestehenden Logistikzentrum der Competec-Gruppe in Willisau schon bisher sehr eng. Wegen der Coronapandemie habe sich die Platznot massiv verschärft und man sei nahe am Kollaps gewesen. Man habe das enorme Bestellaufkommen nur mit einer Sieben-Tage-Woche und einem Dreischicht-Betrieb bewältigen können.
Auch heute arbeite man noch sechs Tage die Woche in einem Zweischicht-Betrieb. Erst wenn der Erweiterungsbau mit dem modernen Hochregallager fertig sei, könne man diesen Schichtbetrieb herunterfahren. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2021 vorgesehen.
Weiterer Ausbau in Willisau möglich
«Besonders die Umsätze im Supermarkt-Segment mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln sind regelrecht explodiert», sagt Roland Brack. Deshalb werde das Sortiment in diesem Bereich sicherlich auch erweitert. Und so denkt Roland Brack noch weiter in die Zukunft: «Grundsätzlich hätte es hier in Willisau genug Landreserven, dass wir noch zweimal einen solchen Bau realisieren könnten.» Es sei eben wichtig, dass das ganze Sortiment am selben Ort gelagert werden: «Der Kunde erwartet, dass er eine Zahnbürste und einen USB-Stick bestellen kann und dies im selben Paket geliefert wird.»