- Sandro Patierno von der CVP holt sich im zweiten Wahlgang den letzten Sitz in der Schwyzer Regierung.
- Mit 18'309 Stimmen liegt Patierno deutlich vor dem zweitplatzierten Michael Fuchs (SP), der 11'102 Stimmen holt.
- Weit abgeschlagen auf dem dritten Platz liegt der parteilose Aussenseiterkandidat Peter Abegg. Er holt sich 2207 Stimmen.
Die Wahl von Sandro Patierno kommt nicht überraschend. Er ging bereits als Favorit in den zweiten Wahlgang. Im ersten, am 22. März, verpasste er das absolute Mehr mit gut 12'600 Stimmen nur knapp – um gerade mal 50 Stimmen. Trotz dieser deutlichen Ausgangslage sei die Freude sehr gross, meint Patierno nach der Wahl.
«Störmanöver gegen die CVP»
«Es ist immer schwer, den Ausgang einer Wahl vorauszusagen», so Patierno, «zudem hat die wilde Kandidatur von Peter Abegg gezeigt, dass gewisse Kreise mit einem Störmanöver gegen die CVP vorgehen wollten.» Es sei ihnen nicht gelungen und nun sei er gewählt, meint Patierno.
«Glücklicherweise hatte ich ein breit abgestütztes Komitee im Rücken.» Der Sieg sei also nicht alleine sein Verdienst. Trotz der breiten Unterstützung werde er wegen Corona im kleinen Kreis feiern, meint Patierno. «Mit meiner Frau und unseren drei Kindern.» Später im Sommer gebe es dann sicher die Möglichkeit, auch mit dem Unterstützungskomitee anzustossen.
«Ich kann nur ganz herzlich gratulieren»
Mit 57 Prozent der Stimmen fiel die Wahl sehr deutlich zugunsten Patiernos aus. Sein Mitstreiter Michael Fuchs von der SP kam auf knapp 35 Prozent. «Natürlich bin ich enttäuscht», meint er nach der Wahl, «der Abstand ist schon sehr gross.» Doch: Er und sein Wahlkomitee hätten ihr Bestes gegeben.
Es sei schwierig zu sagen, weshalb sie diese deutliche Niederlage einfahren mussten. «Die Wahlbeteiligung war sicher sehr tief und wir konnten nicht über die Parteigrenzen hinaus mobilisieren.» Komme hinzu, dass sein Mitstreiter Sandro Patierno einen sehr guten Wahlkampf gemacht und verdient gewonnen habe. «Ich kann ihm nur ganz herzlich gratulieren», so Fuchs.
Regierung ist komplett
Sandro Patierno konnte mit seiner Wahl den Sitz für seine Partei verteidigen. Er beerbt den abtretenden CVP-Mann Othmar Reichmuth, der vergangenen Herbst in den Ständerat gewählt wurde und sich nun auf diese Rolle konzentrieren will.
Damit ist die Schwyzer Regierung für die nächste Legislatur komplett. Im ersten Wahlgang wurden bereits sechs der sieben Regierungssitze besetzt. Alle Bisherigen, die nochmals antraten, konnten ihren Sitz verteidigen.
Der Schwyzer Regierungsrat Legislaturperiode 2020 bis 2024
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Bild 1 von 7. Der 62-jährige Andreas Barraud ist seit 2008 Regierungsrat. Der SVP-Mann ist der älteste und der amtsälteste in der Schwyzer Exekutive. Barraud leitet die Volkswirtschaftsdirektion. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 7. Kaspar Michel von der FDP ist seit 2010 Regierungsrat. Der 49-Jährige ist für die Finanzen zuständig. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 7. Petra Steimen-Rickenbacher ist 53 Jahre alt und startet in ihre dritte Legislatur als Regierungsrätin. Sie ist Mitglied der FDP und leitet das Departement des Innern. Im ersten Wahlgang wurde sie, die die einzige Frau in der Schwyzer Exekutive ist, mit dem besten Resultat aller Kandidierenden im Amt bestätigt. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 7. André Rüegsegger ist 43 Jahre alt und politisiert für die SVP an. Der Jurist und Anwalt wurde 2012 erstmals in den Regierungsrat gewählt, er leitet das Sicherheitsdepartement. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 7. Michael Stähli ist seit vier Jahren Regierungsrat und Vorsteher des Bildungsdepartements. Der CVP-Mann ist 52 Jahre alt. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 7. Der im ersten Wahlgang neu gewählte Herbert Huwiler ist 49 Jahre alt und gehört der SVP an. Er löst in der Regierung seinen Parteikollegen René Bünter ab. Bildquelle: SRF.
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Bild 7 von 7. Der im zweiten Wahlgang neu gewählte Sandro Patierno von der CVP folgt auf seinen Parteikollegen Othmar Reichmuth, der in den Ständerat gewählt wurde. Patierno ist 51 Jahre alt. Bildquelle: SRF.
Das sind Petra Steimen und Kaspar Michel von der FDP, André Rüegsegger und Andreas Barraud von der SVP und CVP-Mann Michael Stähli. Neu in die Regierung schaffte es Herbert Huwiler von der SVP. Er verteidigte damit den Sitz von Parteikollege René Bünter, der sich nach nur vier Amtsjahren aus dem Regierungsrat zurückzieht.
Erschwerte Bedingungen
Wegen der Coronakrise fanden die Schwyzer Wahlen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Ein Wahlzentrum oder Wahlfeiern gab es nicht. Es war nur die briefliche Stimmabgabe möglich. Das mag ein Grund für die tiefe Wahlbeteiligung von etwas über 30 Prozent sein.
Dass der Kanton Schwyz in Zeiten von Corona überhaupt wählte, liegt daran, dass die Legislatur am 30. Juni endet. Mit dem Festhalten am Wahltermin konnten Notlösungen und verlängerte Amtszeiten verhindert werden.