Worum geht’s?
In der neuen Doku-Fiction-Serie dreht sich alles um die die verlorene Freiheit und den Versuch, sie wiederzuerlangen. Schauplatz ist ein fiktives Gefängnis, irgendwo in der Schweiz. Schliessen sich die Türen, gelten neue Regeln.
Hier sind alle Episoden zu hören:
Es gibt neue Ängste. Man muss sich anders organisieren. Das Warten auf den nächsten Besuch, den nächsten Brief, das nächste Telefonat. Kein Zugriff auf Internet und Handy. Das Gefühl zu haben, das Leben zieht draussen an einem vorbei und man sitzt drinnen und bekommt nichts mehr mit. Diese Hilflosigkeit, diese Wut, diese Einsamkeit. Und die Angst vor dem, was nach der Haft kommt. Beginnt die eigentliche Strafe der Gesellschaft erst nach der Entlassung?
Aram, Valmir, Giovanni und Rado sind Männer mit ganz unterschiedlichen Leben. Sie alle sitzen im Gefängnis – wegen vorsätzlicher Tötung, Drogen, Betrug und Raubüberfall. Und sie wollen alle irgendwann wieder in Freiheit sein. Die Schicksalsgemeinschaft versucht, den Bezug zur Welt «draussen» nicht zu verlieren. Doch ist das im geregelten Alltag schwierig.
Die fiktive Geschichte rund um Aram und seine Schicksalsgemeinschaft wird ergänzt mit Orginalton-Interviews. Diese wurden in einer Schweizer Justizvollzugsanstalt von Regisseurin Karin Berri und Autorin Sabina Altermatt geführt. Fünf Insassen erzählen darin über ihren Gefängnisalltag. Und wie es ist, wenn man die Freiheit verliert und sich ein Graben auftut zwischen der Welt «draussen» und der Welt «drinnen», wo es keine Privatsphäre gibt.
Anfangs schrieb ich viel. Aber als ich merkte, dass die Staatsanwaltschaft mitliest, hörte ich auf. Ich hatte angefangen, Tagebuch zu schreiben. Und Tagebücher (von jemand anderem) liest man eigentlich nicht. Aber hier ist alles anders.
Selbst Tagebücher werden kontrolliert. Dinge die man gerne von der Seele schreiben würde, behält man für sich. Denn Strafvollzug heisst, dass man transparent ist. Die ständige Überwachung und Kontrolle kann sich als schwierig herausstellen für Insassen, die gerne an sich arbeiten und sich auf das Leben nach dem Gefängnis vorbereiten wollen. Es ist wie Schwimmen lernen in einem Becken ohne Wasser.
Spiel mit den Perspektiven
Der Gefägnisalltag ist geprägt von Routine, Einschränkungen, Bürokratie, Berührungsarmut und den Gedanken an die Zukunft. Die Doku-Fiction begleitet die Gefangenen auf ihrem steinigen Weg zur Rückkehr und Integration in die Gesellschaft und lässt sie über ihre Erfahrungen sprechen. So wirft die Hörspiel-Serie Fragen zum Thema der Strafe und der Rehabilitation auf.
[Ich wünschte mir, ] dass ich etwas Sinnvolleres machen dürfte als eine Freiheitsstrafe. Dass ich mehr so Richtung Wiedergutmachung gehen würde...
Autorin Sabina Altermatt und Regisseurin Karin Berri spielen auf geschickte Weise mit den verschiedenen Perspektiven der Figuren. Durch Interaktionen zwischen den Häftlingen, den Aufsehern und Aussenstehenden spannt sich ein Netz von eindrücklichen Geschichten, starken Emotionen und unerwarteten Wendungen.
Untermalt werden die fiktiven Szenen und die Interview-Orginaltöne durch die Musik von Martin Bezzola.
Wer ist dabei?
Aram und seine Kollegen werden von professionellen Schauspielern gespielt. Die Interviews hingegen wurden mit realen Gefängnisinsassen aufgenommen. So entsteht ein spannender mix aus Dokumentation und Fiktion.
Die Figuren und ihre Geschichte
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Bild 1 von 6. Dimitri Stapfer als Aram. Aram wird zum ersten Mal Vater. Er ist nervös. Kann jedoch bei der Geburt nicht dabei sein, denn: Er sitzt hinter Gitter. Raus kann er nicht. Und telefonieren auch nur zu Zeiten, die die Justizanstalt bestimmt. Eine Herausforderung für den jungen Vater und seine Familie. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 6. Thomas Sarbacher als Rado. Rado sehnt sich nach einem Treffen mit seiner Brieffreundin. Doch darf das Treffen stattfinden? Wird Sie überhaupt kommen? Und wie ist das eigentlich mit seiner Ehefrau? Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 6. Enzo Scanzi als Giovanni. Giovannis Mutter liegt im Sterben. Nun setzt er alles daran sie noch ein letztes Mal zu besuchen. Doch rauszukommen ist gar nicht so einfach... Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 6. Dashmir Ristemi als Valmir. Auch Valmir will raus: Er stellt einen Antrag für einen Ausgang. Dabei stösst er gegen eine Wand von Bürokratie. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 6. Aaron Hitz als Mirko. Wie seine Kollegen sitzt Mirko nicht ohne Grund. Und trotzdem kämpft er, wie die anderen, jeden Tag um etwas mehr Freiheit. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 6. Regisseurin Karin Berri . Gemeinsam mit Sabina Altermatt führte Regisseurin Karin Berri mit Insassen einer Schweizer Justizanstalt Interviews. Ausschnitte davon werden im Hörspiel eingewoben. Bildquelle: SRF.
Wo kann man es hören?
Ab dem 15.08.2022 sind die Episoden jeweils montags um 14.00 auf Radio SRF 1 zu hören. Bereits jetzt in allen gängigen Podcast-Apps oder in Play SRF.
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Cast
Mit: Dimitri Stapfer (Aram), Thomas Sarbacher (Rado), Dashmir Ristemi (Valmir), Aaron Hitz (Mirko), Enzo Scanzi (Giovanni), Peter Hottinger (Herr Schwarz), Aniko Donath (Frau Jermann), Franziska von Fischer (Frau Woodtli), Stefano Wenk (Seelsorger, Insasse), Dani Mangisch (Aufseher), Gabriela Steinmann (Roswitha), Agota Dimen (Arams Mutter), Sabina Altermatt (Aufseherin)
Musik: Martin Bezzola
Hörspielfassung: Sabina Altermatt, Karin Berri
Tontechnik: Roland Fatzer
Regie: Karin Berri
Produktion: SRF 2022
Dauer: je 25'