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Geschichte, Geografie Drogenpolitik

In den 1980er-Jahren leidet die Schweiz an einer Drogenepidemie. Methadonabgabe, «Fixerstübli» und das Vier-Säulen-Prinzip werden in der Folge als Lösungsansätze ausprobiert. Zwar hat sich die Situation dadurch verbessert, aber um die Schweizer Drogenpolitik wird bis heute gerungen.

Ende der 1980er-Jahre sind die Zustände in der Drogenszene in vielen Schweizer Städten unhaltbar. Heroin ist allgegenwärtig, Drogenkonsum und -handel spielen sich in aller Öffentlichkeit ab. In Zürich erlangt der «Platzspitz» (1989-1991) als Drogenumschlagplatz über die Schweiz hinaus traurige Berühmtheit.

1992 beginnt der Bund eine neue Drogenpolitik umzusetzen. Diese beruht auf dem Vier-Säulen-Prinzip: Prävention, Repression, Überlegenshilfe, Therapie. Die offenen Szenen werden nicht mehr toleriert. Erste Programme der staatlichen Methadonabgabe unter medizinischer Aufsicht werden eingeführt.

Chronik

Verbesserungen, aber kein Ende in Sicht

Die Ghettos verschwinden, doch mit den Designerdrogen gelangen neue Suchtmittel auf den Markt. Auch der Konsum und die einheimische Produktion von Cannabis nehmen Ende der 1990er Jahre stark zu. Die je nach Kanton zunächst tolerante Haltung gegenüber den Hanfproduzenten führt zu Spannungen zwischen den Kantonsbehörden und zum Entstehen eines «Drogentourismus». Infolge dessen verschärfen viele Kantone die Bekämpfung illegaler Hanfpflanzen.

Die staatliche Heroinabgabe führt zu Kritik aus dem Ausland, in erster Linie seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO. Doch es gibt auch positive Reaktionen von jenen, die sich von einer liberalen Drogenpolitik eine Verbesserung für die Süchtigen versprechen.

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