Zum Inhalt springen

Geschichte, Geografie Zeugen des Kriegsalltags

Ein Infanterist im ostafrikanischen Busch, eine Ambulanzfahrerin auf dem Balkan oder ein Gebirgsjäger in Norditalien: Sie alle haben den Ersten Weltkrieg in Briefen und Tagebüchern verarbeitet. Enstanden sind eindrückliche Zeugnisse von aussergewöhnlichen Menschen.

Im Buch «Schönheit und Schrecken» beschreibt der Historiker Peter Englund anhand von 19 Einzelschicksalen den Ersten Weltkrieg. Es sind Geschichten aus dem Kriegsalltag, von Menschen, die alle weit unten in der Hierarchie standen.

5 ausgewählte Biografien

Angus Buchanan

Ein berühmtes Bataillon der Engländer im Ersten Weltkrieg: die 25th Royal Fusiliers. In Ostafrika kämpfen sie gegen die deutschen Kolonialtruppen. Einer von ihnen ist Angus Buchanan, Botaniker und Zoologe. Den Guerillakrieg im Busch erlebt der Engländer zeitweise als Safari. Er studiert die Flora und Fauna und jagt Wildtiere. Doch mit der Zeit wird der Infanterist von der harten Realität des Krieges eingeholt.

Olive King

Asien, Amerika und Europa – Olive King liebt es, die Welt zu bereisen. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert ihr Leben. Die Australierin schliesst sich der Organisation «The Scottish Women's Hospital» an und kauft sich einen eigenen Sanitätswagen. Diesen fährt und wartet sie selbst. Später tritt King gar der Serbischen Armee bei. Doch die harten Kriegsjahre gehen nicht spurlos an ihr vorbei.

Rafael de Nogales

Goldwäscher in Alaska, Cowboy in Arizona, Soldat im Spanisch-Amerikanischen (1898) und Russisch-Japanischen Krieg (1904). Rafael de Nogales ist ein Weltabenteurer. Als er vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs hört, reist er sofort nach Europa. Der Südamerikaner will sich der belgischen Armee anschliessen, doch die Behörden lehnen ab. Ebenso die Franzosen, Serben und Russen. Letztlich landet de Nogales beim Gegner und wird Soldat der türkischen Armee, wo er Zeuge schrecklicher Ereignisse wird.

Elfriede Kuhr

August 1914. In Schneidemühl jubelt Elfriede Kuhr den Soldaten zu, die an die Westfront müssen. Doch ihre Begeisterung ist bereits im Dezember verflogen, als sich die Lage komplett verändert und die 12-Jährige in beissender Kälte Verwundete versorgt. Für Elfriede wird der Krieg zur Qual. Ende 1917 stürzt ein Fliegeroffizier in den Tod, mit dem sie ein Liebesverhältnis hat. Nur Monate später stirbt ein Säugling in ihren Armen. Nach Kriegsende werden die heimkehrenden Soldaten als Verräter beschimpft, darunter auch ihr Bruder.

Paolo Monelli

Für den jungen Italiener ist klar, dass er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet. Die ersten Monate in der italienischen Armee sind für Monelli geprägt von einer Pfadfinderromantik. Dies ändert sich jedoch, als der 23-Jährige für zweieinhalb Jahre in den Gebirgskrieg nach Norditalien geschickt wird. Unzählige Schlachten, enorme Verluste oder die Erschiessung von desertierten Kameraden: als Gebirgsjäger wird Monelli mit dem Grauen des Krieges konfrontiert.

Unterrichtsmaterial

Didaktik

Stufe: Sek II

Fächer: Geschichte

Stichwörter: Abenteurer, Soldatenleben, Kriegschauplätze, Kriegsschicksale, Kavallerist, Kampfflieger, Krankenschwester, Feldchirurg, Kriegsbiografie, Sozial- und Kulturgeschichte, Kriegsgrauen

Produktion: Markus Gasser. Radio SRF 2 Kultur «Kultur kompakt». 2014

Audio on Demand: Unbegrenzt.

Meistgelesene Artikel