Audrey Werro ist eine Ausnahmeerscheinung. Und unbestritten eines der grössten Talente der Schweizer Leichtathletik-Szene. Beispiel gefällig? Schon als 18-Jährige hat die Freiburger 800-m-Läuferin erstmals die 2-Minuten-Marke geknackt. Innerhalb von 3 Jahren senkte sie ihre persönliche Bestzeit über die zwei Bahnrunden um über 12 Sekunden.
Bei den Juniorinnen feierte Werro in den vergangenen Jahren grosse Erfolge. An der U20-EM in Jerusalem holte sie wie schon vor zwei Jahren in Tallinn den Titel. Dazwischen gewann sie im kolumbianischen Cali an der U20-WM die Silbermedaille. Mit einer Zeit von 1:59,53 Minuten. Auch in dieser Saison ist Werro bereits unter 2 Minuten geblieben – sogar gleich dreimal.
Die Taktik wird eine andere sein
Ihre bisherigen Erfolge auf Juniorinnen-Stufe hatten alle etwas gemeinsam: Werro kontrollierte die Rennen jeweils von der Spitze, oder zumindest in Tuchfühlung mit dieser. Wie zuletzt in Jerusalem, als sie nach gut 500 m die Führung übernahm und die Konkurrenz scheinbar leichtfüssig stehenliess.
In Budapest dürfte diese Taktik kaum aufgehen, das ist sich auch Werro bewusst. «Ich darf nicht zu schnell starten, das Niveau hier ist sehr hoch», so die WM-Debütantin. Sie werde ihre Strategie anpassen müssen. «Wenn ich hier gleich vorneweg laufe, wird das nicht gleich herauskommen wie bei der U20.»
Die Halbfinal-Qualifikation ist für Werro auf jeden Fall möglich. Mit einer Zeit unter 2 Minuten darf die 19-jährige Ausnahmeläuferin gar von einer Final-Qualifikation träumen. Die Vorläufe über 800 m finden am Mittwochmorgen statt. Neben Werro werden mit Lore Hoffmann und Rachel Pellaud zwei weitere Schweizerinnen im Einsatz stehen.