Den Jahrgang teilen Tristan Schoolkate und Jannik Sinner. Doch da enden die Gemeinsamkeiten der 23-Jährigen schon fast. Während Sinner die ATP-Weltrangliste anführt und zwei Grand-Slam-Titel im Trophäenschrank hat, bäckt die Weltnummer 173 Schoolkate bedeutend kleinere Brote. Doch trotz mässigem Erfolgsausweis ist der Australier gewissermassen ein Grand-Slam-Spezialist.
Auf ATP-Stufe hatte Schoolkate bis zu den vergangen US Open noch keinen Match für sich entscheiden können. In New York stand er dank einer Wildcard direkt im Hauptfeld. Schoolkate zahlte das Vertrauen zurück und kämpfte sich gegen den Japaner Taro Daniel in fünf Sätzen in die 2. Runde. Dort führte er gegen den Tschechen Jakub Mensik mit 2:0 nach Sätzen, ehe er trotzdem als Verlierer vom Platz musste.
Lieblingsgegner Daniel
Auch in Melbourne erhielt Schoolkate eine Wildcard. Wie es der Zufall wollte, stand ihm zum Auftakt erneut Daniel (ATP 113) gegenüber. Wieder behielt der Einheimische die Oberhand. Vor zwei Tagen reichten ihm 4 Sätze, um den Japaner niederzuringen.
Nun wartet mit Sinner eine bedeutend schwierigere Aufgabe. Vor dem ersten Aufeinandertreffen mit dem Südtiroler zeigt sich Schoolkate vorsichtig optimistisch: «Das ist fantastisch. Ich habe nichts zu verlieren. Gegen die Nummer 1 der Welt zu spielen, ist ziemlich verrückt, ziemlich cool. Ich werde mein Bestes geben, und ich glaube, dass ich den Match gewinnen kann.»
Vorbild Tsonga
Schoolkate, der meist auf der Challenger Tour unterwegs ist, darf für das Duell mit Sinner erstmals auf der ganz grossen Bühne ran. Das Spiel wurde in der Night Session in der Rod Laver Arena angesetzt. An selber Stelle setzte einst auch Schoolkates Vorbild Jo-Wilfried Tsonga zum Höhenflug an.
Der mittlerweile zurückgetretene Franzose stürmte 2008 bis in den Final, wo er von Novak Djokovic gestoppt wurde. «Die Art und Weise, wie er die Menge zum Toben bringen konnte, war so aufregend.» Die Highlights von Tsongas Halbfinal-Sieg gegen Rafael Nadal habe er zig Mal angeschaut.
«Ich mochte es, wie er immer wieder nach vorne kam, Volleys schlug oder einfach etwas gewagtere Dinge tat als die anderen», erinnert sich Schoolkate. Er hätte nichts dagegen, gegen Sinner ein bisschen Tsonga-Flair auf den Platz zu bringen.