Zum Inhalt springen

Hämatome – Wie blaue Flecken entstehen

Sie schmerzen und sind unschön, sind aber in den meisten Fällen unbedenklich: blaue Flecken, im Fachjargon Hämatome genannt. Gerade in der wärmeren Jahreszeit, wenn Trägershirts, Shorts und Jupe Hochsaison haben, sind sie besonders lästig – ja fast schon peinlich.

Audio
Nach der «Bläuele» wird es besser
aus Mailbox vom 27.05.2015. Bild: colourbox
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 12 Sekunden.

Kampfsportler, Handballer, Fussballer, Höhlenforscher, Kletterer oder Turner kennen das Phänomen der «Bläuele» nur zu gut. Die entsteht, wenn wir einen gezielten Schlag abbekommen, uns versehentlich an Ecken und Kanten stossen, ausrutschen und hinfallen oder wenn wir uns den Knöchel verstauchen. eine gute Chance auf einen Bluterguss besteht aber auch, wenn nach einer Injektion oder Blutentnahme die Einstichstelle nicht fest oder lange genug zugedrückt wird.

So unterschiedlich die Ursache ist, die Folgen sind in allen Fällen gleich: Der blaue Fleck ist eine Blutung aus einem Gefäss in oder direkt unter der Haut oder im Gewebe unter den Hautschichten.

Regenbogen-Farben

«Normale» Flecken oder mehr?

Box aufklappen Box zuklappen

Dass sich Kinder beim Spielen und Herumtollen blaue Flecken holen, ist normal. Besteht aber der Verdacht, dass sie auf familiäre Misshandlungen zurückzuführen sind, kann man sich zum Beispiel über das Beratungstelefon 147 der Pro Juventute anonym und vertraulich beraten lassen.

Infoseite Kinderschutz

Wie auffällig der blaue Fleck ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine grosse Rolle spielt die Hautfarbe – je heller der Hauttyp, desto stärker stechen Hämatome hervor. In welchen Farben der Fleck leuchtet, bestimmt zudem die Lage des Blutergusses in der Haut und die Ausdehnung in die Tiefe des Gewebes mit.

Grosse, frische und flache Blutergüsse, die direkt unter der Haut sitzen oder sogar in die einzelnen Hautschichten eingedrungen sind, haben eher eine hellrote Farbe. Je tiefer der Bluterguss sitzt, desto dunkler ist sein Farbton.

Im Regelfall heilt ein Bluterguss von selbst im Laufe von zwei bis drei Wochen ab. Währenddessen verändert sich seine Farbe (in der Regel von blau-lila nach grün und zuletzt gelb), weil die Blutpigmente nach und nach abgebaut werden. Dabei wird ein Farbstoff frei, der die Umgebung einfärbt, soweit er von der Gewebsflüssigkeit mitgetragen wird. Nach mehreren Tagen oder Wochen, je nach Schwere und Grösse des Ergusses, wird er von den Lymphgefässen aufgesogen und verschwindet allmählich.

Oft nur eine Bagatelle

Sofortiges Kühlen der verletzten Stelle lindert den Schmerz und dämmt die Ausbreitung des Hämatoms ein, weil sich die Blutgefässe dabei zusammenziehen und somit weniger Blut austritt.

Wer an einer Bindegewebsschwäche leidet, ist ebenfalls anfälliger für blaue Flecken. Je weniger straffende Fasern im Bindegewebe vorhanden sind, desto geringer ist die Gewebespannung.

Video
Blaue (Schand-)Flecken
Aus Puls vom 18.06.2012.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 43 Sekunden.

Dies führt dann zur Erschlaffung der äusseren Haut, die Blutgefässe können sich erweitern. Fehlende körperliche Belastung, zunehmendes Alter oder Veranlagung können Gründe für die Schwäche sein. Wechselduschen und gezielte gymnastische Übungen können das Gewebe straffen.

Hämatome können auch gefährlich sein

Gefährlich werden Hämatome im Hirnbereich. Auch innere Hämatome sind keine Bagatelle. Ebenso ist Vorsicht geboten bei Bluterkrankheit oder bei Einnahme blutverdünnender Medikamente, denn dann kann bereits ein Bagatelltrauma grosse Hämatome hervorrufen.

Meistgelesene Artikel