Orang-Utans kommen an ihre Leckereien, selbst wenn die Wissenschaftler sich noch so knifflige Verstecke ausdenken – wie in einem Experiment, das Forscher im Zoo Leipzig durchführten. Eine delikate Erdnuss liegt am Boden eines senkrechten, langen Rohres. Der Orang-Utan hat keine Chance, die Nuss mit seinen Pranken zu erreichen.
Doch innert kürzester Zeit hat er den Dreh raus: Sein Trinkbrunnen ist die Lösung. Er füllt sein Maul mit Wasser und lässt es ins Rohr hinablaufen; immer weiter, der Wasserspiegel steigt – und schwemmt damit die Nuss an die Oberfläche. Eine Leistung, die Vorschulkinder im Vergleichstest nicht hinbekamen.
Artist am Skateboard
Nur mit Instinkt lässt sich die Schlauheit mancher Tiere nicht erklären. Denn sie sind fähig zu lernen, auch von Menschen, und das nur durch genaues Beobachten. So wie die Bulldogge Tillmann in Venice Beach in Los Angeles, die auf Youtube Kultstatus erlangte.
Der Hund begleitete sein Herrchen immer wieder zum Skateboarden. Eines Tages stieg Tillman selbst aufs Brett. Sein Herrchen hat ihn nach eigenen Angaben nie trainiert, doch er bringt sich selbst immer wieder neue Tricks bei.
Kreatives Delphin-Duo
Delphine gehören zweifellos zu den intelligentesten Tieren. Doch sie sind nicht nur schlau, sondern auch kreativ. In einem wissenschaftlichen Zentrum in Honduras haben zwei Tiere auf verschiedene Kommandos alle möglichen Sprünge erlernt. Doch eine Anweisung lautet: «Lass dir selbst was einfallen.» Auf dieses Zeichen hin müssen die Tiere ihre eigene Phantasie nutzen und etwas Neues erfinden.
Das Erstaunliche ist, dass sich die beiden Tiere jedes Mal tatsächlich neue Aktionen einfallen lassen und zeigen. Und zwar absolut synchron. Sie sind nicht nur kreativ, sondern sprechen sich in einem Bruchteil von einer Sekunde miteinander ab. Wie sie das machen, ist bis heute ein Rätsel.
Zahlen für Primaten
Dass Primaten äusserst intelligent sind, ist seit langem bekannt. Doch der Schimpanse Ayumu schlägt sie alle. Er wurde im Jahr 2000 geboren; bereits seine Eltern waren richtige Gedächtniskünstler. Ayumu lebt in der Universität Kyoto und trainiert dort unter der Aufsicht von Professor Tetsuro Matsuzawa. Ayumu ist ein wahrer Meister im Zahlen-Memory. Die Forscher brachten ihm via Touchscreen-Monitor die arabischen Zahlen von Eins bis Neun bei – ein Klacks für den Schimpansen. Auch andere Artgenossen schaffen das.
Fotografisches Gedächtnis?
Die Herausforderung, die er später bewältigte, ist weit schwieriger: Auf einem Monitor erscheinen die Zahlen von Eins bis Neun in zufälliger Anordnung. Berührt man die Eins, verwandeln sich die restlichen Zahlen in weisse Quadrate. Ayumu erinnert sich immer, wo welche Ziffer war.
Und er kann es selbst dann, wenn die Zahlen nur für so kurze Zeit aufleuchten, dass sie für das menschliche Auge nicht zu registrieren sind. Mit dieser Leistung ist der Affe menschlichen Kandidaten haushoch überlegen – vermutlich dank eines fotographischen Gedächtnisses. Er kann ein detailliertes Bild in kürzester Zeit speichern und nach Bedarf wieder abrufen.