Am 20. März begann aus astronomischer Sicht der Frühling, und am 30. März stellten wir unsere Uhren auf Sommerzeit vor. In den letzten Tagen war es beidseits der Alpen frühlingshaft warm, und mit Temperaturen von mehr als 20 Grad war es für Anfang April sehr mild. Bis jetzt verharrten die Temperaturen noch unterhalb der 25 Gradmarke. Am Samstagabend sorgte aber Nordföhn für einen späten Temperaturanstieg, und so wurden in Biasca 25,7 Grad gemessen.
Der Nordföhn hatte die Hand im Spiel
Bis um 17.00 Uhr wurde in Biasca Talwind, also Südwind, verzeichnet. Schon um 15.00 Uhr wurden 24,0 Grad gemessen. Auch das wäre in der Schweiz ein neuer Jahreshöchstwert gewesen. Danach drehte der Wind aber auf Nord und wurde stärker. Der Fallwind sorgte in der Folge für noch höhere Temperaturen und auch den ersten Sommerwert.
Meteorologischer Sommer erst ab Juni
In der Meteorologie unterscheidet man den meteorologischen Sommer und Sommertage. Der meteorologische Sommer ist allein vom Kalender abhängig und dauert vom 1. Juni bis am 31. August. Sommertage sind hingegen zu jeder Jahreszeit möglich. Sie sind nur an die Bedingung geknöpft, dass die Temperatur höher ist als 25 Grad, und dass unter Standardbedingungen gemessen wird.
Selten, aber nicht einmalig
Die durchschnittliche Nachmittagstemperatur beträgt im April im Tessin rund 17 Grad. Da in Biasca noch nicht sehr lange gemessen wird, gibt es dort keinen lokalen Referenzwert. Statistisch darf man im Tessin einen Sommertag im April erwarten. Letztes Jahr wurden in Biasca am 8. April 26,4 Grad gemessen, und es gab insgesamt 4 Sommertage. Der absolute Temperaturrekord im April liegt allerdings ganz weit entfernt. Am 9. April 2011 wurden in Locarno-Monti mit Nordföhn sagenhafte 31,8 Grad gemessen. Auch damals war Nordföhn im Spiel, und jener Tag gilt weiterhin als einziger Apriltag in der Schweiz mit Temperaturen oberhalb der 30 Gradmarke.