Von Freitag bis in die nächste Woche liegen wir mehrheitlich am östlichen Rand des Azorenhochs in einer Bisenströmung. In diesen Tagen wird deutlich, dass der schlechte Ruf der Bise zumindest in den Sommermonaten ungerechtfertigt ist.
Der Gewitterkiller
Der Juni 2022 war geprägt von unwetterartigen Gewittern. Verantwortlich war eine epische Südwestlage, in der ständig feucht-warme und somit gewitteranfällige Luft zur Schweiz transportiert wurde. Mit der Bise wird in den kommenden Tagen hingegen trockene Kontinentalluft aus Nordosten zur Schweiz geführt. Wegen der Bise fehlt nun die Feuchtigkeit und somit die wichtigste Zutat für die Gewitter-Entstehung.
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Bild 1 von 6. Während einer Bisenlage herrschen im Sommer meist ruhige Wetterverhältnisse. Bildquelle: Urs Gutfleisch.
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Bild 2 von 6. Ganz anders als bei den gewitteranfälligen Südwestlagen ist in der trockenen Bisenluft das Gewitterrisiko sehr klein. Bildquelle: Robin Ramseier.
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Bild 3 von 6. Die Bisenlage mit ihrem geringem Gewitterrisiko eignet sich bestens für Wanderungen in den Bergen. Manchmal können mit der Bise jedoch die letzten Wolkenreste noch etwas länger an den Voralpen und am Alpennordhang gestaut werden. Bildquelle: Luciano Moraschinelli.
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Bild 4 von 6. Nicht nur in den Bergen sind die Nächte während einer Bisenlage kühl. Auch im Flachland kann nachts die Luft aufgrund des tiefen Taupunkts gut auskühlen. Bildquelle: Silvio Pfiffner.
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Bild 5 von 6. Die Kehrseite der Bise kommt besonders im Herbst und Winter zum Vorschein. Aufgrund der grauen Nebeltagen ist die Bise vor allem im Flachland unbeliebt. Bildquelle: Margot Heutschi.
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Bild 6 von 6. Ausserdem führt die Bise im Winter kalte, zum Teil sogar eisige Luft zur Schweiz. Gleichzeitig lässt uns der Windchill-Effekt schlottern. Bildquelle: Reiner von Allmen.
Kühle Nächte und keine Hitze
Die trockene Bisenluft sorgt nicht nur für gewitterfreies Sommerwetter, sondern auch für «angenehme» Sommerwärme anstatt Sommerhitze. Die Höchstwerte liegen in den nächsten Tagen im Norden meist um 25 Grad. Ausserdem sorgt die Bise im Sommer aufgrund des tiefen Taupunkts der trockenen Luft für relativ kühle Nächte. In der Nacht auf Samstag sind wir mit Tiefsttemperaturen um 10 Grad im Flachland weit entfernt von einer schwitzigen Tropennacht.