Temperaturen um 30 Grad, Badewetter und da und dort ein Gewitter. Die Schweiz steckt im Mai bereits im Sommer-Modus. Ungewöhnlich? Absolut! Die aktuellen Höchstwerte liegen vielerorts etwa 10 Grad über dem Erwartungswert für den Mai.
Einfluss des Klimawandels
Durch den menschengemachten Klimawandel werden derartige Hitzeperioden häufiger. Der Klimawandel hat die erwarteten Mai-Höchsttemperaturen erhöht. Dies ist in der Bildergalerie für das Beispiel Basel erklärt.
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Bild 1 von 5. Die blauen Striche zeigen jeweils die maximale Temperatur im Mai für Basel in den Jahren 1961–1990. Bildquelle: SRF Meteo, Daten MeteoSchweiz.
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Bild 2 von 5. Nähert man die historischen Mairekorde statistisch an, ist ersichtlich, dass ein «üblicher» Maihöchstwert um 26 Grad lag. Bildquelle: SRF Meteo, Daten MeteoSchweiz.
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Bild 3 von 5. Die roten Linien zeigen die Mai-Höchstwerte für die Jahre 1991–2020. Sie liegen tendenziell im höheren Bereich (weiter rechts) als die Höchstwerte für 1961–1990. Bildquelle: SRF Meteo, Daten MeteoSchweiz.
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Bild 4 von 5. Die statistische Verteilung der Mai-Höchsttemperaturen hat sich durch den Klimawandel verschoben. Bildquelle: SRF Meteo, Daten MeteoSchweiz.
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Bild 5 von 5. Die Temperaturprognose für Freitag ist rekordverdächtig (grüne Linie). Im aktuellen Klima liegt der Freitag noch innerhalb der statistischen Verteilung. 1961-1990 wäre eine Temperatur wie am Freitag sehr unwahrscheinlich gewesen. Der Klimawandel hat daher in Basel Temperaturen wie am Freitag deutlich wahrscheinlicher gemacht. Bildquelle: SRF Meteo, Daten MeteoSchweiz.
Temperaturen wie am Freitag sind auch im aktuellen Klima extrem hoch. Hätte es in den letzten 30 Jahren allerdings keinen Klimawandel gegeben, hätte es einen so heissen Tag wie am Freitag in Basel kaum gegeben. Grafisch gesprochen musste der Klimawandel die oben gezeigte Glockenkurve erst verschieben. Höhere Maitemperaturen in Basel sind kein Einzelfall. Die erwartete Anzahl Sommertage (mehr als 25 Grad) im Mai hat sich an vielen Orten in der Schweiz zwischen den Perioden 1961–1990 und 1991–2020 verdoppelt.
Was bringt die Zukunft?
Die Temperaturen und auch die Extremtemperaturen werden weiter zunehmen. In welchem Ausmass dies passieren wird, können wir weiterhin beeinflussen. Laut den Schweizer Klimaszenarien würden sich Hitzetage ohne Klimaschutzmassnahmen bis Ende des Jahrhunderts in etwa verdreifachen. 30 Grad oder mehr gelten als Hitzetag. Mit ausgeprägten Klimaschutzmassnahmen liesse sich die Zunahme deutlich eindämmen. Dann gäbe es ab 2035 praktisch keine Zunahme von Hitzetagen mehr.