Jean-Michel Stampfli ist gelernter Handwerker und arbeitet nun als Verkäufer im Aussendienst. Sein Computerwissen hat er sich selber angeeignet. «Manchmal verliere ich die Geduld», sagt der 55-Jährige aus Biel. «Meine jüngeren Kollegen sind im Vorteil: Sie sind viel schneller als ich.»
Leute ab 50 wollen sich nicht mehr mit neuen Programmen auseinandersetzen.
Jean-Michel Stampfli ist Testperson des Instituts für angewandte Argumentenforschung IFAA in Bern. Seit zwei Jahren arbeiten Forscher an einer Software, welche Personen bei der Arbeit am Computer helfen soll. «Im Gegensatz zu älteren Hilfsprogrammen denkt unser System mit», sagt Institutsleiter Christoph Glauser. Möglich ist dies unter anderem dank einer Computermaus, welche Puls, Herzfrequenz und die Oberflächenspannung der Haut misst. So weiss das Computerprogramm, wie es dem Benutzer geht.
Die Forschung
Zudem verfolgt ein Gerät die Augenbewegungen. Grafiken, Texte und Videos erklären, wie etwas am Computer gemacht werden kann, ob E-Mails schreiben, Signaturen ändern oder Dokumente verwalten.
Internationale Zusammenarbeit
Im Fokus hat Medienwissenschaftler Christoph Glauser vor allem ältere Computerbenützer. Er stellt fest, dass viele Arbeitnehmer ab 50 sich nicht mehr mit neuen Computerprogrammen auseinandersetzten wollen und sich langsam aus der Arbeitswelt verabschieden. «Den Unternehmen geht dabei viel Wissen verloren», sagt Glauser. «Die Gesellschaft in Europa kann es sich nicht mehr länger leisten, gut qualifizierte Leute so früh in Pension zu schicken.»
Die Berner Forscher arbeiten zusammen mit der Universität Genf und anderen Forschungsstellen. Das IT-Unternehmen Microsoft hat schon Interesse an den Forschungsergebnissen angekündigt und will die Software mit der intelligenten Computermaus auf den Markt bringen. In einem Jahr soll das Forschungsprojekt, für welches das Institut immer wieder Versuchspersonen sucht, beendet sein.
(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)