Schweizerinnen und Schweizer – ein Volk von Auswandernden? Ja: In 192 der 197 in der Statistik aufgeführten Länder weltweit haben sich Schweizer Staatsbürger niedergelassen. Nur in fünf Nationen leben zurzeit keine Auslandschweizer. Das geht aus den neusten Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.
Hinzu kommt: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer leben im Ausland. Gegenüber 2023 stieg der Anteil um 13'300 Personen, das entspricht einer Zunahme von 1.6 Prozent.
Wo die Fünfte Schweiz noch nie Fuss fasste
Nur in einem einzigen Land lebten seit der Datenerfassung des BFS in den letzten 31 Jahren nie Auslandschweizerinnen oder Auslandschweizer: im kleinen Inselstaat Nauru, nordöstlich von Australien.
Nauru ist mit 21 Quadratkilometern der drittkleinste Staat der Welt. Die Insel mit den heute rund 12'000 Bewohnenden galt in den 70er-Jahren als reichstes Land der Welt, da sie vom Verkauf von Phosphat profitieren konnte. Heute ist das Phosphatvorkommen erschöpft und Nauru gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.
Hier leben seit Langem keine Schweizer mehr
Seit 2003 lebt auf Tuvalu – ebenfalls ein Inselstaat im Pazifischen Ozean mit knapp 10’000 Einwohnenden – keine Schweizerin oder kein Schweizer mehr.
In Turkmenistan ist seit 2016 keine Schweizer Person mehr registriert. Die präsidiale Republik grenzt an das Kaspische Meer, Iran, Afghanistan, Usbekistan und Kasachstan. 2010 lebten einmal acht Schweizer Staatsbürger im autoritären Staat, der für seine Erdgasvorkommen bekannt ist.
Die Pandemie sorgte für Abwanderung
Auf den Marshallinseln und auf Palau sowie in Nordkorea waren bis zum Ausbruch der Covid-Pandemie 2020 ganz wenige Schweizer bei den zuständigen Vertretungen gemeldet. Bis 2020 lebten maximal zwei Auslandschweizer auf den Marshallinseln. Die Republik liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Hawaii und den Philippinen im Pazifik. Seit 2021 sind keine Schweizer mehr auf die Insel zurückgekehrt.
Auf Palau jedoch ist seit 2023 wieder eine Schweizerin oder ein Schweizer gemeldet.
Abzug der Deza aus Nordkorea
In Nordkorea sind seit 2022 keine Schweizer mehr in der Statistik zu finden. Zuvor waren seit der Datenerfassung immer einige Schweizer Bürger im totalitären Staat gemeldet.
Die Schweiz engagierte sich seit 1995 in der Demokratischen Volksrepublik Korea. Das Engagement der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) begann damals mit humanitärer Hilfe für die von der schweren Hungersnot in den 1990er-Jahren betroffene Bevölkerung.
Die Schweiz sistierte ihre Projekttätigkeit im Land jedoch, nachdem Nordkorea die Grenzen wegen der Pandemie geschlossen hatte. Die Schliessung des Kooperationsbüros der Deza in Pjöngjang führte schliesslich zur vorerst endgültigen Abwanderung.
Hier lebt genau eine Schweizer Person
Der Blick in die Auslandschweizer-Statistik zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer immer wieder ihre Heimat in weiter Ferne finden können.
So lebt etwa ein einziger Schweizer auf den Föderierten Staaten von Mikronesien. Über den einzigen Auslandschweizer auf Yap – einem von vier Inselstaaten im westlichen Pazifik – ist schon mehrfach berichtet worden. Fredy Gull lebt gemäss «Tages-Anzeiger»seit über zwanzig Jahren auf der Insel. Dort braut der 79-Jährige Bier und weiss trotz der Distanz von 12'951 Kilometern zur Schweiz noch bestens Bescheid über seine alte Heimat.