Blau-weiss sind seine Farben, die Farben seines Vereins, des FC Zürich. Das machte er gleich zu Beginn der Buchvernissage deutlich, als ihm als Platz ein roter Sessel angeboten wurde: «Rot? Niemals!»
Mit dem FCZ gewann Köbi Kuhn sechs Meistertitel und fünf Cupsiege. Verlieren lag für ihn nie drin: «Ich muss zugeben, ich war auf dem Platz kein Sonntagsschüler. Ich wollte gewinnen und wusste genau, wie wir das bewerkstelligen konnten.»
Ein ehrlicher und persönlicher Einblick ins Leben
Das ist einer der Sätze aus Kuhns Autobiografie, die in diesen Tagen erschienen ist. Und es ist diese Einstellung und seine Treue zum FC Zürich, die Köbi Kuhn schon früh zu einer lebenden Legende machten.
Ich habe gelernt damit umzugehen, «Köbi National» zu sein.
Seine vielen Fans seien denn auch für ihn Anstoss gewesen, das Buch zu schreiben, sagt Mit-Autorin Sherin Kneifl: «Er wollte den Menschen, die ihn jahrelang unterstützt und mitgetragen haben, etwas zurückgeben.» Mit einem sehr ehrlichen und persönlichen Einblick in sein Leben.
Vom Lausbub, der schon als Dreijähriger gegen alles trat, das sich bewegen liess und später beim Fussballspielen die Nachbarn erzürnte – über den Fussballjunioren, der von einem älteren Spieler sexuell missbraucht wurde – bis hin zum Tod seiner Tochter im vergangenen Jahr, die mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen hatte: Der 75-jährige Köbi Kuhn scheint kaum ein Kapitel seines Lebens ausgelassen zu haben.