Hörner und Flöten aus der Mozartzeit, der Prototyp eines Altsaxophons (1853) von dessen Erfinder Adolphe Sax oder alte Instrumente von Schweizer Instrumentenmachern – solche Schätze sind in der Sammlung von Karl Burri. Ebenso ganze Ensembles von Bläsergruppen oder Blasmusiken.
Die Vorgeschichte
- In ganz Europa kaufte der Instrumentenbauer Karl Burri (1921–2003) historische Blech- und Holzblasinstrumente, er stellte sie in Zimmerwald und in Bern aus.
- Die Sammlung gehört weltweit zu den grössten ihrer Art.
- Eine Stiftung übernahm sie 2015, nun ist sie als «Klingende Sammlung» in der Berner Altstadt neu zugänglich.
Etwa 20 Instrumente der Klingenden Sammlung können von jedermann gespielt werden. Weitere Instrumente stehen professionellen Musikerinnen und Musikern für Projekte zur Verfügung, wieder andere dürfen nur zu Forschungszwecken angespielt werden.
Weitere Infos
Ab dem 21. Januar wird die Sammlung mit der Ausstellung «C'est le vent qui fait la musique» dem Publikum neu zugänglich gemacht.
Klarinetten-Plättchen sei Dank
Fast hätte Bern den grossen Schatz verloren: Burris wollten die Sammlung ins Ausland verkaufen, erzählt Guy Jacquet. Er ist unter anderem Stiftungsrat von Konzert Theater Bern. «Ich brauchte für meine Klarinette ein Plättchen und ging in Burris Laden.» Da habe ihn Frau Burri gefragt, ob er ihre Sammlung im Keller schon gesehen habe. «Ich war begeistert», sagt Jacquet über das, was er dort sah. Und er beschloss, dafür zu sorgen, dass die Instrumentensammlung in Bern bleibt.
Die Zukunft ist vorerst gesichert.
Unter seinen Kontakten in Wirtschaft und Kultur fand Guy Jacquet private Geldgeber; Stadt, Kanton und Lotteriefonds übernahmen etwa ein Viertel der Kosten von 850‘000 Franken. Diesen Wert haben allein die Instrumente, doch Jacquet konnte sie günstiger kaufen. Im Gesamtpreis sind nun auch der Umbau von zwei Kellergeschossen an der Berner Kramgasse eingeschlossen. Und auch der Betrieb der nächsten Jahre ist laut Jacquet dank privaten Geldgebern gesichert. Er selber ist unterdessen ehrenamtlich Präsident der Stiftung Instrumentensammlung Burri.
(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)
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Bild 1 von 7. Aus 300 Jahren stammen die Blasinstrumente in der Klingenden Sammlung in Bern. Bildquelle: Elisa Häni/SRF.
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Bild 2 von 7. Viele Instrumente dürfen nicht mehr gespielt werden, manche sind dafür besonders schön anzusehen. Bildquelle: Elisa Häni/SRF.
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Bild 3 von 7. Ins Untergeschoss kommt man mit einer Führung – oder bei einem Workshop. Bildquelle: Elisa Häni/SRF.
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Bild 4 von 7. Adrian v. Steiger mit einem Klappenflügelhorn, gebaut um etwa 1840. Er hat über die Instrumentensammlung von Karl Burri seine Dissertation geschrieben und leitet nun die Klingende Sammlung. Bildquelle: Elisa Häni/SRF.
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Bild 5 von 7. Zur Blasmusik gehören auch Trommeln. Auch solche sind in der Berner Altstadt zu sehen. Bildquelle: Elisa Häni/SRF.
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Bild 6 von 7. Etwa 20 Instrumente dürfen von jedermann ausprobiert werden. Bildquelle: Elisa Häni/SRF.
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Bild 7 von 7. Karl Burri (1921–2003) war gelernter Blasinstrumentenbauer und führte ab 1945 ein Geschäft für Verkauf und Reparaturen in Bern. Ab 1964 sammelte er systematisch historische Instrumente. Bildquelle: zvg (Stiftung Instrumentensammlung Burri).