120 Leute trafen Mitte Oktober in Mürren ein für die Dreharbeiten des Bond-Films «Im Geheimdienst Ihrer Majestät». Rund 40 Crew-Mitglieder, vor allem Stuntmen, wohnten für gut zwei Monate im Hotel Eiger. Die damalige Chefin, Annelies Stähli, zu ihren speziellen Gästen: «Ich sah die Stuntmen von meiner Wohnung aus auf dem Flachdach der Bar kämpfen, sie übten ihre Kampfgriffe.» Ab und zu hätten die Gäste Spuren davon getragen.
Der eine oder andere kam dann mal mit einem blauen Auge zurück.
Das sonst so stille Bergdorf sei fast wie Las Vegas gewesen, erzählt der ehemalige Sekretär des Hotels Eiger, Peter Kerkhof. Die Bond-Crew war je nach Status in Hotels oder in Chalets untergebracht. «Aber getroffen haben sich alle in der Bar des Hotels Eiger», sagt Kerkhof.
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Bild 1 von 6. Buffet im Hotel Eiger. Nicht nur die Bond-Girls genossen die Abwechslung im stillen Bergdorf Mürren. Bildquelle: zvg/Annlies Stähli.
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Bild 2 von 6. Diana Rigg, die die Geliebte von James Bond spielte, in der Bar des Hotels Eiger. Bildquelle: zvg/Annelies Stähli.
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Bild 3 von 6. Die Schauspielerinnen und Schauspieler trafen sich in der Bar des Hotels Eiger. Die Getränke bezahlte die Filmproduktionsfirma Eon. Bildquelle: zvg/Annelies Stähli.
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Bild 4 von 6. Annelies Stähli, ehemalige Chefin Hotel Eiger und Peter Kerkhof, ehemaliger Sekretär, haben viele Erinnerungen an die Bond-Drehzeit in Mürren. Bildquelle: Christine Widmer/SRF.
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Bild 5 von 6. Die Hotels sprachen sich im Vorfeld der Dreharbeiten im Bezug auf die Preise für Essen und Zimmer untereinander ab. So gab es keine Unstimmigkeiten. Bildquelle: zvg/Peter Kerkhof.
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Bild 6 von 6. Schauspielerin Diana Rigg. Sie spielte die Geliebte von James Bond. Im Hintergrund Eiger-Chefin Annelies Stähli. Bildquelle: zvg/Annelies Stähli.
Rauschende Feste seien es gewesen. Die Produktionsfirma Eon, die die meisten Bond-Filme drehte, habe alles bezahlt, auch die Getränke. «Da brauchte es am Morgen jeweils ein gutes Frühstück mit einem starken Kaffee», sagt Annelies Stähli.
An Filmkinder kann ich mich nicht erinnern. Aber es menschelt überall.
Es gab einige Zeit nach den Dreharbeiten Gerüchte, dass uneheliche Kinder geboren worden seien. Der damalige Arzt bestätigte, er wisse von zwei Kindern. Peter Kerkhof kann sich daran nicht erinnern. Aber es sei klar, dass auch die Schauspielerinnen und Schauspieler nur Menschen seien. Auch Annelies Stähli weiss nichts von Filmkindern. «Ich weiss nur, dass der Arzt Teile der Crew behandeln musste, weil sie krank waren.»
Der Umgang mit den Stars wie Bond-Darsteller George Lazenby, sei sehr natürlich gewesen. «Da war nichts glamouröses. Wir sind eigentlich Freunde geworden», sagt die ehemalige Eiger-Chefin.
Wenn die heute 81-jährige Annelies Stähli und der 79-jährige Peter Kerkhof zurückblicken, sind sie sich einig: der Bond-Dreh hat vor allem der Schilthornbahn etwas gebracht. «Das Schilthorn wurde in der ganzen Welt bekannt», sagt Stähli. Aber auch Mürren habe profitiert. 50 Jahre nach den Dreharbeiten kommen immer noch viele Leute nur wegen James Bond nach Mürren und auf das Schilthorn.
An diesem Wochenende feiert das Schilthorn Jubiläum. Und viele der Gäste – auch George Lazenby – wohnen wieder im Hotel Eiger. «Ein spezielles Gefühl», sagt die ehemalige Chefin Annelies Stähli. Auch wenn ihr Sohn jetzt das Hotel führt, eine Plauderstunde mit den Stars von damals lässt sich die 81-Jährige nicht entgehen.