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Arbeiten unter schwierigen Bedingungen in der Emmeschlucht
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 04.05.2020. Bild: zvg/Fritz Niederhauser
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Nach Unwetter im Emmental Nun wird das Naturdenkmal Räbloch gerettet

Vor 6 Jahren hat ein Hochwasser das Räbloch zwischen Schangnau und Eggiwil verstopft. Jetzt wird es aufwändig geräumt.

Der 24. Juli 2014 ging im Emmental in die Geschichtsbücher ein. Am frühen Morgen hat es im Quellgebiet der Emme, am Hohgant, dem Augstmatthorn und an der Grenze zum Kanton Luzern so stark geregnet, dass die Emme über die Ufer trat. Besonders hart traf es die Gemeinde Schangnau. Ein derartiges Hochwasser gibt es nur alle 300 Jahre. Was sich ihm in den Weg stellte, riss es mit: Bäume, Siloballen, Maschinen und sogar Brücken.

Das Ausmass der Überschwemmung zeigen diese Fernsehbeiträge von 2014:

Sechs Jahre später sind fast alle Schäden behoben. Bis auf jene im Räbloch. In der Emmeschlucht hat das Schwemmgut die engste Stelle verstopft. Experten schätzen, dass rund 1700 Kubikmeter Schwemmgut verkeilt im Räbloch liegen. Was genau, ist unklar. Möglich ist, dass noch Ölfässer im Holz- und Schuttkegel liegen.

Nun haben im 5 Kilometer langen Räbloch die Räumungsarbeiten begonnen. Die Emmeschlucht ist jedoch unzugänglich. Die Nagelfluh-Wände sind zwischen 50 und 60 Metern hoch. An seiner schmalsten Stelle ist das Räbloch nur 1,5 Meter breit.

Die Emmeschlucht entstand in der letzten Eiszeit. Moränenwälle und Findlinge zeugen von der Vergletscherung durch den Emmegletscher. Das Räbloch ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Dadurch geniesst es einen hohen Schutz. Die Bauarbeiten dürfen ihm keinen Schaden zufügen. Ein heikles Unterfangen.

Um überhaupt in die Emmeschlucht zu gelangen, musste extra eine Seilbahn gebaut werden. Dank dieser kann der Höhenunterschied vom Flussbett auf den Jodershubel überwunden werden. Die Seilbahn ist das Herzstück des Projekts und transportiert das Schwemmgut aus der Schlucht.

Doch damit ist es nicht getan. Der letzte Abschnitt muss mit einem Schienenkran bewältigt werden. In rund zehn Metern Höhe wurde dieser in der Nagelfluh verankert. Ein Greifarm kämpft sich Meter für Meter durch den Schuttkegel.

Zahlreiche Gefahren

Die Arbeiten im Räbloch sind gefährlich. Das Schwemmholz ist verkeilt und könnte sich noch unter Spannung befinden. Jederzeit muss wegen der Nagelfluh mit Steinschlag gerechnet werden. Und auch ein erneutes Hochwasser kann nicht ausgeschlossen werden.

Deshalb wurde in der Schlucht extra ein 50 Meter hohes Baugerüst montiert. Dieses dient den Bauarbeitern einerseits als Zugang zur Baustelle, andererseits als Fluchtweg, sollten die Messgeräte oberhalb der Schlucht wegen steigender Wasserstände Alarm auslösen. Die Alternative: abseilen über die Felswand.

Weil es sich beim Räbloch um ein Naturdenkmal von nationaler Bedeutung handelt, haben zahlreiche Stellen auf Stufe Bund und Kanton bei der Planung mitgeredet. Ist die Räumung abgeschlossen, darf von den Bauarbeiten nichts mehr zu sehen sein. Die Schlucht darf keinen Schaden nehmen. Das kostet: Für das Projekt sind rund 1.2 Millionen Franken budgetiert.

Regional Diagonal, 2.5.2020, 12:03 Uhr / Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr

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