Der Bau des neuen «Apple Parks» hat drei Jahre gedauert. Nun ziehen dieses Jahr erste Mitarbeiter in das futuristische Gebäude ein. Am Schluss werden es 12'000 Menschen sein. Der Bau von Stararchitekt Norman Foster kostete 5 Milliarden Dollar und gehört zu den grössten der Welt.
Der Apple-Campus, den der verstorbene Steve Jobs hinterlassen hat, ist alles andere als ein gewöhnliches Bürogebäude. Der Kreis mit den leicht schrägen Wänden und viel Glas wirkt abweisend und undurchsichtig. «Er hat im Grundriss auch eine Ähnlichkeit mit dem Pentagon, ein Ring», sagt Daniel Kurz, Chefredaktor von «Werk, Bau und Wohnen».
Spektakuläre Firmengebäude
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Bild 1 von 9. Der Roche-Turm in Basel ist mit 178 Metern das höchste Gebäude der Schweiz. Das Bauwerk hat insgesamt 41 Stockwerke und beherbergt den Hauptsitz des Pharmakonzerns Roche. Entworfen wurde das Gebäude von den Basler Star-Architekten Herzog & de Meuron. Der Bau des Roche-Turms kostete 550 Millionen Franken. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 9. Menlo Park – der Hauptsitz von Facebook liegt in Kalifornien: Das Firmengelände ist einem Universitätscampus nachempfunden. Das war auch das Ziel des Star-Architekten Frank Gehry. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 9. Die Google-Konzernzentrale befindet sich in Mountain View in Santa Clara in Kalifornien. Die Stadt ist Teil des Silicon Valley. Das Gebiet ist für seine hohe dicht an IT-Unternehmen bekannt. Die Firma war mit seiner Zentrale nicht immer in Mountain View ansässig. Angefangen hat alles 1998 in einer Garage. Bildquelle: reuters.
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Bild 4 von 9. Noch fehlt die grüne Pracht: Der neue Apple-Park bietet Platz für 12'000 Mitarbeiter. Der Bau von Star-Architekt Norman Foster kostete fünf Milliarden Dollar und gehört zu den grössten der Welt. Die Bauzeit für das futuristische Gebäude betrug drei Jahre. Bildquelle: Imago.
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Bild 5 von 9. Das kreisförmige Gebäude fällt auf. Es ist das erste seiner Art im Nahen Osten. Die Immobilien- und Investmentfirma Aldar Properties hat hier ihren Hauptsitz. Das 2010 fertiggestellte Gebäude ist das Herzstück von Al Raha Beach, einer neuen Stadt am Rande Abu Dhabis. Bildquelle: imago.
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Bild 6 von 9. Die Petronas Towers wurden 1998 gebaut. Die Zwillingstürme sind 452 Meter hoch. Sie wurden in Kuala Lumpur im Auftrag des malaysischen Erdölkonzerns Petronas erstellt. Sie galten für kurze Zeit als die höchsten Gebäude der Welt. Bildquelle: Imago.
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Bild 7 von 9. Tour CMA CGM – Star-Architektin Zaha Hadid plante den Bau für die französische Reederei CMA CGM. Das Gebäude steht in der Hafenstadt Marseille – es soll an ein Segel erinnern. 2010 wurde der Bau nach vier Jahren Bauzeit fertiggestellt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 9. Der Hauptsitz der Bank ING wurde 2002 vom Architekturbüro Meyer en Van Schooten Architecten entworfen. Das Gebäude, das von 16 Stahlstelzen getragen wird, steht in Amsterdam. Die Niederländer bezeichnen es als «Schuh» oder «Handstaubsauger». Bildquelle: Reuters.
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Bild 9 von 9. Das BMW-Hauptgebäude in München wurde 1972 erbaut. Wegen seiner vier zylindrischen Flügel bekam das Gebäude im Volksmund schnell den Namen «Vierzylinder». Bildquelle: Keystone.
Weiter, höher, besser, Google
Ein grosser Park mit Liegestühlen, Bäumen und Spazierwegen. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg protzt – mit der grössten aller Garagen. Der Bau will das Gefühl eines Universitätscampus vermitteln. Die Mitarbeiter sollen alles geben, kreativ sein und: Die meiste Zeit ihres Lebens dort verbringen!
Für Architekturkritiker Daniel Kurz ist klar: «Dort bezieht man sich auch auf die romantische Tradition in der Garagenwerkstätte und die Tüftlermentalität. Die Romantik will man bei den Mitarbeitenden auch pflegen.»
Internetdienstleister Google geht sogar noch einen Schritt weiter: Mitten in der Natur in Mountain View soll auf einer riesigen Fläche ein neues Hauptquartier entstehen. Geplant ist ein Campus mit grossen Parks, Schrebergärten, Cafés und Shops.
Doch warum all das? Im Silicon Valley ist der Wettbewerb um Arbeitskräfte besonders gross. Die Architektur soll den Firmen helfen, die besten Mitarbeiter aus der ganzen Welt anzulocken.
Wenn sich Freizeit und Arbeit vermischen
Im Innern ist es allerdings weitaus weniger überwältigend. Die Räume haben keine Trennwände, Mitarbeiter sollen sich vernetzen und voneinander lernen. Arbeit und Freizeit vermischen sich.
Mit spektakulären Bauten Arbeitskräfte anlocken, das wird auf Dauer nicht funktionieren. Davon ist Theo Wehner überzeugt. Wehner ist Arbeitspsychologe an der ETH Zürich. «All das nun verschwimmen zu lassen und so zu tun, als sei der Park nun das Wichtigste und nicht meine Arbeitsaufgabe, das sehe ich als eine Fokussierung. Diese auch in der Zukunft keine Rolle mehr spielen.»
Denn künftig werden immer mehr Menschen zu Hause arbeiten, in einem Hotel oder von unterwegs – und nicht mehr im Büro an einem fixen Arbeitsplatz. Der Arbeitsort wird an Wichtigkeit verlieren, die IT-Giganten werden sich bis dahin ihre Denkmäler aber gesetzt haben.