Für einen Start oder eine Landung nach 23 Uhr zahlen die Airlines eine spezielle Lärmgebühr. Barbara Günthard-Maier, die Präsidentin der Behördenorganisation «Region Ost», glaubt, dass die Fluggesellschaften diese Gebühr bewusst in Kauf nehmen. Sie sei zu niedrig. «Die Airlines planen die Verspätungen faktisch ein».
Ein «Ja, aber» vom Flughafen
2013 beantragte der Flughafen Zürich ein neues Lärmgebührenmodell beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Es sieht eine moderate Erhöhung der aktuellen Verspätungsgebühren vor. Laut Flughafensprecher Philipp Bircher besteht bei zu hohen Gebühren die Gefahr, dass Airlines den Hub Zürich verlassen. Das BAZL liess das Modell nun von einem Experten der Hochschule St. Gallen untersuchen. Das Gutachten, welches im Oktober veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass Verspätungen nach 23 Uhr eher die Regel als die Ausnahme sind. Höhere Gebühren sind gemäss Gutachter deshalb sinnvoll. Der Experte nennt aber keine konkreten Zahlen. Flughafensprecher Philipp Bircher sagt: «Wir sehen uns in unserer Haltung bestätigt».
Anders sieht es «Region Ost». Die Behördenorganisation wünscht eine Nachbearbeitung der Studie, insbesondere eine Beantwortung der offenen Frage, wie hoch die Lärmgebühren nach 23 Uhr effektiv sein müssten.
Das Gebührenmodell muss als nächstes vom BAZL genehmigt werden. Das Bundesamt will sich zum Thema vorerst nicht äussern.