Sie müssen mit Künstlern verhandeln, stellen ihren Arbeitsplatz zur Verfügung oder geben stundenlang die immer gleichen Auskünfte: Die vielen Mitarbeiter und freiwilligen Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen der Manifesta.
Der Mut wird mehrheitlich belohnt
Sie alle haben sich auf die Manifesta eingelassen, manchmal ohne zu wissen, was genau auf sie zukommt. Sie bewiesen Mut. «Ich liebe Experimente», sagt zum Beispiel Sonja Freuler, Sigristin in der Zürcher Wasserkirche. Im Kirchenraum wird zurzeit Kunst ausgestellt, an der Decke hängt ein riesiger Schmetterling.
Wegen der vielen Leute und der langen Öffnungszeiten ist die Sigristin ständig am Putzen. Die Zusammenarbeit mit dem Künstler war eine Herausforderung - er und sie hatten nicht den gleichen Ordnungssinn. Trotzdem zieht sie eine positive Bilanz: «Wir hatten in den ersten zwei Monaten 20'000 Leute hier. So viele Besucher haben wir sonst nie.»
Andere Mitarbeiter sehen es ähnlich, wie Lenny Staples, Betriebsleiter im Hotel Rothaus. Er hat ein Zimmer für ein Kunstprojekt zur Verfügung gestellt und bereut es nicht: «Es ist schön zu sehen, dass ein Zimmer auch mal anders genutzt werden kann als zum Übernachten.»
Wieder eine andere Perspektive auf die Manifesta hat Regula Küng, Hausfrau und Mutter dreier erwachsener Kinder: Sie kontrolliert Tickets am Eingang des Manifesta-Pavillons und hatte mit Kunst bis jetzt nichts zu tun. Die anfängliche Skepsis gegenüber der modernen Kunst sei der Begeisterung gewichen: «Ich bin richtig reingewachsen», sagt sie. Ihr Fazit:
Es gibt keinen schöneren Ort im Moment in Zürich.
Von der Kultur, die sie umgibt, ist sie begeistert. «Ich möchte, dass es noch ein wenig weiter geht.» Die Rechnung könnte aufgehen: Wenn alles klappt, übernimmt das Zurich Film Festival den Pavillon. Regula Küng hat sich bereits als Volontärin beworben.