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100. Geburtstag Cés Keiser Lorenz Keiser: «Dieses Aufklärungsgespräch gab es so nicht»

Cés Keiser war eine Comedy-Grösse, die die Schweizer Kabarettszene jahrelang bedeutend mitgeprägt hat. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden. Sein Sohn Lorenz Keiser, der selbst Komiker ist und heute auf Bali lebt, erinnert sich an seinen Vater.

Lorenz Keiser denkt gerne an seinen Vater zurück. Ganz unabhängig von einem bestimmten Datum, wie es der 4. April 2025 ist – der Tag, an dem sein Vater Cés Keiser seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Auch 18 Jahre nach seinem Tod ist sein Vater für ihn sehr präsent.

Auch wenn ich viel von meinen Eltern gelernt habe, wollte ich von Anfang an alles anders machen als sie.
Autor: Lorenz Keiser Sohn von Cés Keiser und Margrit Läubli

«Mir wird immer wieder bewusst, wie viel ich von meinem Vater gelernt habe», so Sohn Keiser. «Cés war ein grosser Handwerker – sowohl im bildnerischen als auch im wortschöpferischen Bereich.» Neben seiner Bühnentätigkeit war Cés Keiser Zeichnungslehrer. Dieses Talent des Vaters habe auf ihn abgefärbt: So profitiere er heute von einem grossen Wissen im handwerklichen und schöpferischen Bereich.

In den Fussstapfen des Vaters

Auch die Leidenschaft zum Schreiben von humoristischen Texten und Pointen verbindet Lorenz Keiser mit seinen Eltern Cés Keiser und Margrit Läubli, die lange Zeit als Kabarettisten-Duo auf der Bühne standen. Mit knapp 30 schlug Sohn Keiser einen ähnlichen Weg ein und wurde Satiriker.

Sich von seinem Vater zu unterscheiden, war ihm dabei sehr wichtig. «Auch wenn ich viel von meinen Eltern gelernt habe, wollte ich von Anfang an alles anders machen als sie», schmunzelt Lorenz Keiser. Im Verlauf seiner Karriere ist es ihm je länger je mehr gelungen, aus dem Schatten des Erfolgs seiner Eltern herauszutreten.

Er war ein sehr empathischer und fürsorglicher Vater.
Autor: Lorenz Keiser Sohn von Cés Keiser und Margrit Läubli

Trotzdem sei er für manche «der Sohn des Vaters» geblieben. Heute stört ihn das nicht mehr: «Ist doch schön, wenn man als Sohn des Vaters wahrgenommen wird, wenn der Vater so gut ist in dem, was er macht.»

Unterschiedliche Rollen

«Er war ein sehr empathischer und fürsorglicher Vater», erinnert sich Lorenz Keiser. Als Bühnenpartner sei aber teilweise auch sein Perfektionismus spürbar geworden, der mit einer gewissen Härte verbunden gewesen sei.

Klar habe es auch bei seinem Vater eine Trennung zwischen Beruflichem und Privatem gegeben Als Beispiel dafür nennt Keiser den bekannten Sketch «My Sohn nimm Platz», der von einem Aufklärungsgespräch handelt. «Dieses Gespräch hat so bei uns nie stattgefunden», schmunzelt er.

Veranstalter auf Bali

2021 ist Lorenz Keiser mit seiner Partnerin nach Bali ausgewandert und beendete somit nach über 30 Jahren seine Bühnenkarriere. «Schon bevor ich mein letztes Programm schrieb, wusste ich, dass ich nicht auf der Bühne sterben will», erzählt Keiser. Als ihm dann die Pandemie einen Strich durch die Rechnung machte und er die Tour hätte verschieben müssen, wurde ihm klar: Es ist genug.

In seinem neuen Leben auf Bali hat er zusammen mit seiner Partnerin einen Club eröffnet. Statt selbst auf der Bühne zu stehen, ist er nun vor allem als Veranstalter tätig – und ist sehr zufrieden damit.

Radio SRF 1, Morgengast, 04.04.2025, 7:16 Uhr ; 

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