Zecken sind in der ganzen Schweiz verbreitet. Und ihre Population wächst aufgrund der Klimaerwärmung und der Widerstandsfähigkeit der Tiere. Unter den rund 20 Zeckenarten in der Schweiz ist die Schildzecke oder Holzbock die häufigste.
Unbeliebt beim Menschen, unentbehrlich in der Natur
Zecken sind Überlebenskünstler: So können sie mehrere Jahre ohne Blutmahlzeit auskommen, überleben bis zu drei Wochen unter Wasser und überstehen Temperaturen von bis zu -12 Grad, weiss SRF-Redaktor und «Krabbeltier-Nerd» Bähram Alagheband. Zecken sind auch ein wichtiger Teil des Ökosystems, sie dienen anderen Tieren als Futter.
Die Zeckenpopulation breitet sich seit einigen Jahren fast ungebremst aus. Der Klimawandel und die wachsenden Waldflächen kommen den Tieren dabei entgegen. Der Drang der Freizeitgesellschaft ins Freie und in die Natur sowie das Vordringen von Wildtieren in Siedlungs- und städtische Gebiete tragen das Ihre dazu bei.
Massnahmen zur Eindämmung sind jedoch begrenzt wirksam. So scheiterten bisher alle Versuche mit Zeckenfallen, sagt Walter Tischhauser, Vizepräsident der Zeckenliga und Experte für Zeckenvorbeugung.
Guter Schutz vor Zecken ist einfach und effizient
Wer sich bestmöglich vor Zecken schützen will, trägt bei Aufenthalten im Wald, auf Wanderungen und Spaziergängen entlang von Wiesen und Feldern lange Kleidung. Zusätzlich können Zeckenschutzsprays die Tiere abhalten. Nach Aufenthalten in der Natur unbedingt Kleidung und Körper gründlich auf Zecken absuchen, rät Tischhauser.
Hat trotz allem eine Zecke angedockt, sollte sie so rasch wie möglich mit Pinzette oder Fingernägeln vollständig entfernt werden. Zur Vorbeugung gegen zeckenübertragene Krankheitserreger wird die Impfung gegen FSME empfohlen, inzwischen bereits für Kinder ab drei Jahren.
Auch Haus- und Nutztiere sind gefährdet durch Zecken. Auch hier gilt: Absuchen des Fells und Zeckenschutzmittel können helfen, die Tiere zu schützen, sagt Tierärztin Manuela Schnyder, Professorin für Veterinärparasitologie an der Vetsuisse-Fakultät der Uni Zürich. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Mattheit und Fieber und sollten so rasch wie möglich zum Tierarzt oder der Tierärztin gebracht werden.
Vorsicht bei Symptomen nach Zeckenstich
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch eine Virusinfektion ausgelöst. Sie löst Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns aus. In ganz seltenen Fällen kann sie tödlich verlaufen. Vor ihr kann man sich mit einer Impfung schützen.
Gegen die Borreliose wird eine Impfung in den nächsten Jahren erwartet, sagt Infektiologe Urs Karrer vom Kantonsspital Winterthur. Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst. Häufiges Symptom ist die sogenannte Wanderröte. Borreliose kann gut mit Antibiotika behandelt werden. Wer nach einem Zeckenstich Symptome verspürt, sollte auf jeden Fall den Hausarzt oder die Hausärztin konsultieren.