Jedes Jahr landen in der Schweiz rund 190 kg geniessbare Lebensmittel im Abfall – pro Person. Besonders verschwenderisch gehen wir mit Brot um: Nach nur einem Tag gilt es häufig als alt und wird nicht mehr verkauft.
Mittlerweile gibt es immer mehr Schweizerinnen und Schweizer, die etwas gegen diesen Foodwaste tun wollen. Auch Tilman Pfäfflin ist in seiner Freizeit als Foodsaver – als Essensretter – unterwegs.
Aus dem SRF1-Archiv: Rezepte mit altbackenem Brot
Jeder kann Fair-Teiler-Depot nutzen
Er gehört zum Foodsharing-Netzwerk Basel. Ehrenamtlich rettet er noch geniessbare Lebensmittel vor dem Abfall. Rund 50 Basler Quartierläden, Tankstellenfilialen, Restaurants und Bäckerein machen laut Tilman Pfäfflin mit: «Manche haben täglich Lebensmittel für uns, manche einmal pro Woche, andere melden sich per Telefon.»
Die gesammelten Lebensmittel – darunter viel Brot – bringt der Foodsaver zu einem Depot, dem sogenannten «Fair-Teiler». Das Depot ist Tag und Nacht zugänglich, jede und jeder kann hier Lebensmittel bringen und holen. Wer etwas deponiert, macht Fotos der Lebensmittel und stellt diese ins Netz. So weiss jedes Mitglied, was wo gerade zur Verfügung steht.
«Brot muss man nicht nach einem Tag wegschmeissen»
Das Netzwerk in Basel zählt 700 Mitglieder. Die Klientel ist vielfältig: Vom Arbeitslosen bis hin zum Banker. Auch Flavia Müller kommt regelmässig beim Fair-Teiler vorbei, ganz einfach, weil es für sie Sinn macht: «Foodsharing ist die beste Möglichkeit, Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Gerade Brot hat in der Schweiz eine super Qualität und hält noch tagelang. Das muss man nicht nach einem Tag wegschmeissen, nur weil man es nicht mehr verkaufen kann.»
Foodsharing, eine sinnvolle Alternative zum Foodwaste, für die sich übrigens auch andere Schweizer Organisationen einsetzten. Hier ein paar Beispiele: