Unterschiedlicher könnten die Gefühlslagen nach dem Cupfinal nicht sein. Auf der einen Seite enttäuschte und leere Baslerinnen, auf der anderen Seite überglückliche Zürcherinnen.
Sow und Co. fehlen die Worte
Als wären zwei Meisterschaftsniederlagen gegen den FCZ nicht schon genug, folgte im Cupfinal die nächste Enttäuschung für den favorisierten FC Basel. Nach den Finalniederlagen 2013 und 2015 musste sich der FCB erneut den Zürcherinnen beugen. Dementsprechend leer und ratlos waren die Baslerinnen nach dem Schlusspfiff: «Ich habe keine Ahnung, an was es gelegen hat», sagte Captain Coumba Sow. Am meisten schmerze, dass man es in den eigenen Händen gehabt habe.
Auch Trainerin Kim Kulig tat sich schwer, das Geschehene in Worte zu fassen. «Ich habe noch keine schlauen Worte dafür. Es tut verdammt weh, dass es nicht gereicht hat», meinte Kulig. Es habe ihrem Team an der nötigen Ruhe vor dem Tor gefehlt. Denn trotz Chancenplus verpassten es die Baslerinnen, den Ball im Tor unterzubringen. Somit muss das Team vom Rheinknie nach dem Erfolg 2014 weiter auf den zweiten Cuptitel der Klubgeschichte warten.
Partystimmung beim FCZ
In einer ganz anderen Gefühlslage befinden sich die Zürcherinnen. Mit dem 16. Cuptitel sicherte sich das Team von Trainer Renato Gligoroski den alleinigen Rekord und einen Eintrag in die Geschichtsbücher. «Ich bin äusserst happy für das Team, den Verein und für mich persönlich», zeigte sich der Österreicher erleichtert. Er habe gewusst, wie schwer die Partie werden würde und sei sehr froh, dass sein Team den Schalter hat umlegen können.
Siegtorschützin Chiara Bücher kam aus dem Strahlen nicht heraus. «Ich bin ultrahappy, wir haben gekämpft bis zum Schluss», sagte die 21-Jährige. Der FC Basel scheint Bücher zu liegen. Bereits im letzten Aufeinandertreffen in der Meisterschaft hatte sie das entscheidende Tor erzielt. Nach ihrem Siegtor im Cupfinal ist sie definitiv zum «Basel-Schreck» geworden.
Die Siegtorschützin sowie Captain Naomi Mégroz stellten einen langen Abend in Aussicht. «Wir gehen gut essen und dann gibt es bestimmt die eine oder andere Party», meinte Mégroz nach dem Spiel. Bücher formulierte es kurz und knapp: «Der Abend wird lange.»
Fokus auf die Meisterschaft
Nach der Nationalmannschaftspause geht es für beide Teams in den Playoffs weiter. Die Baslerinnen könnten mit einem Titelgewinn in der Meisterschaft die bittere Finalniederlage im Cup vergessen lassen. Die Hoffnung ist trotz dem verpassten Cuptitel da: «Wir wollen weitermachen und diesen Titel holen», zeigte sich Kulig zuversichtlich.
Den Zürcherinnen wird der gewonnene Cupfinal sicherlich Auftrieb im Meisterschaftsendspurt geben. Dies ausgerechnet in einer Saison, die nicht nach Plan verlief. Die Qualifikation schloss der FCZ nur auf Rang fünf ab. Für den Moment dürften sich die Spielerinnen und der Trainer aber auf die Feierlichkeiten fokussieren.