In unseren beiden Bilder-Galerien sollen sie Unerwartetes, Überraschendes und Ungewöhnliches zu den 25 Athletinnen und Athleten erfahren, die vom Schweizer Verband für die ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaften auf US-Boden selektioniert wurden. Die Titelkämpfe finden vom 15. bis 24. Juli in Eugene (Bundesstaat Oregon) statt.
Die Schweizer Starter an der WM
Den Auftakt machen die männlichen Teilnehmer. Im Vergleich zur WM 2019 in Doha ist die Delegation um drei Köpfe gewachsen. Hürdensprinter Jason Joseph ist der einzige Schweizer, der auch vor drei Jahren schon dabei war.
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Bild 1 von 8. William Reais (200 m / 23 Jahre / LC Zürich). Zerknitterte Kleider sind für den portugiesisch-schweizerischen Doppelbürger mit Wurzeln in Angola ein Graus, deshalb greift er sogar bei T-Shirts zum Bügeleisen. Als Sprinter ist der Bündner ein Quereinsteiger, früher war er Verteidiger im Fussball. Passend dazu, traf er bei seinem ersten «Sportpanorama»-Besuch im Juli 2021 auf Holger Badstuber. Bildquelle: freshfocus/Claudio De Capitani.
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Bild 2 von 8. Ricky Petrucciani (400 m / 22 Jahre / LC Zürich). Sport ist seine Triebfeder – und bringt ihn hin und wieder in die Bredouille. So brach beim Snowboarden einst Petruccianis Handgelenk, obwohl er Vater Maurizio versichert hatte, diese Leidenschaft künftig sein zu lassen. Der schnelle Mann aus dem Onsernonetal peitscht sich vor seinen Wettkämpfen mit Rap-Klängen an. Bildquelle: Keystone/Anthony Anex.
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Bild 3 von 8. Jason Joseph (110 m Hürden / 23 Jahre / LC Therwil). Hektik und Turbulenzen in der Vorbereitung können ihm nichts anhaben: Steckt seine Trainerin im Stau, trommelt er dennoch eine schnelle Zeit auf die Bahn. Im Olympia-Pre-Camp musste er die Begegnung mit einer Riesenkakerlake ausblenden. Der Vater stammt von der Karibikinsel St. Lucia. «Les» Brown, ein US-Motivationsredner, kann Joseph beflügeln. Bildquelle: Keystone/Michael Buholzer.
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Bild 4 von 8. Julien Bonvin (400 m Hürden / 23 Jahre / CA Sierre). Eine starke Hallensaison 2022 eröffnete dem Biologiestudenten Perspektiven. Er wollte es langsam angehen und setzte auf einen Start an den Welthochschulspielen in China. Drei Tage später wurde der Anlass abgesagt. Also schwenkte Bonvin um, kam dank der Weltrangliste zu seinem WM-Ticket und startet nun «neben Athleten, die ich nur aus dem TV kenne». Bildquelle: freshfocus/Claudio Thoma.
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Bild 5 von 8. Dany Brand (400 m Hürden / 26 Jahre / LC Zürich). Karsten Warholm ist fünf Tage jünger, aber (noch) ist der Weltrekordhalter über die Langhürden um 3,02 Sekunden schneller. Als früherer Präsident der Leichtathletik-Vereinigung Zürcher Oberland ebnete Jürg Brand seinem Sohn den sportlichen Weg. In der Schreinerei seines Vaters fand Junior Brand nach abgebrochenem Studium auch einen Teilzeitjob. Bildquelle: Keystone/Georgios Kefalas.
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Bild 6 von 8. Loïc Gasch (Hochsprung / 27 Jahre /US Yverdon). Der diplomierte Buchhalter flog im März an der Hallen-WM sensationell zu Silber. Die Medaille wie auch frühere Auszeichnungen bewahrt er bewusst in einem Schuhkarton auf. Denn wären seine Meriten sichtbar ausgestellt, würde er nur in Erinnerungen schwelgen und allzu genügsam sein. Seit seinem Coup ist Gasch als Profi unterwegs. Bildquelle: Keystone/EPA/ANDREW YATES .
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Bild 7 von 8. Simon Ehammer (Weitsprung / 22 Jahre / TV Teufen). Das Multitalent mit Adler-Tattoo (der Vater stammt aus Österreich) kann gut Angebote ausschlagen. Weil sich Ehammer nirgends besser aufgehoben fühlt als beim TV Teufen, klopften mehrere US-Unis vergeblich mit einem Sport-Studium an. Das Ticket für den Cupfinal «seines» FC St. Gallen liess er im Mai für einen Besuch im «Sportpanorama» verfallen. Bildquelle: freshfocus/Expa/Peter Rinderer.
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Bild 8 von 8. Benjamin Gföhler (Weitsprung / 28 Jahre / LC Zürich). Er bringt so einiges unter einen Hut: Vor seiner Spezialisierung als Zehnkämpfer das volle Programm in der Leichtathletik, ein Studium in Politikwissenschaften und eine eigene Familie mit zwei Kindern. Bezüglich Wettkampfbedingungen hat Gföhler klare Vorlieben: Warm muss es sein – am liebsten 28 bis 30 Grad. Bildquelle: freshfocus/Marc Schumacher.
Die Schweizer Starterinnen an der WM
Frauenpower wird in der hiesigen Leichtathletik weiterhin gross geschrieben. So schafften 17 Schweizerinnen den Sprung an die WM. Die Equipe ist breit aufgestellt und besteht aus einem bunten Mix – mit Routinières und Neulingen auf dieser Wettkampfbühne.
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Bild 1 von 17. Ajla Del Ponte (100 m & Staffel / 26 Jahre am 15.7. / US Ascona). Die Niederlande, seit 2019 die Trainingsbasis der Tessinerin, passt trotz Fernweh aus zwei Gründen: Die Herangehensweise ist dort sehr analytisch, und Del Ponte schwärmt von den Desserts. Die Sprinterin, ein vielseitig interessierter Familienmensch, hat den Ruf einer Perfektionistin und ist bekannt für ihren Tunnelblick. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 2 von 17. Géraldine Frey (100 m & Staffel / 25 Jahre / LK Zug) . Die schnelle Frau aus Unterägeri ist vielseitig und beherrscht die Balance zwischen ETH und Sport. Frey ist Pharmaziestudentin und längst in der hiesigen leistungsstarken Sprintelite angekommen. In Eugene bestreitet sie ihren 2. Einzelstart an einem Elite-Grossanlass. Bildquelle: Keystone/EPA/ANDREJ CUKIC .
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Bild 3 von 17. Mujinga Kambundji (100 m & 200 m & Staffel / 30 Jahre / ST Bern). Treppe oder Lift? Hat die Schweizer Sportlerin des Jahres 2019 eine Wahl, so wählt sie nie die Variante zu Fuss. An der WM dagegen muss sie viel und schnell laufen: Im Optimalfall stehen ihr acht Starts bevor. Wie wird Kambundji von ihren Teamkolleginnen beschrieben? Als chaotisch und als eine, die das Zeitlimit immer voll ausreizt. Bildquelle: Keystone/Michael Buholzer.
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Bild 4 von 17. Silke Lemmens (400 m & Staffel / 22 Jahre / LC Zürich). Die Anstellung ihrer Mutter bei einem Stahlwarenhersteller in Luzern führte die junge Familie von der belgischen Provinz Flandern in die Schweiz. Silke Lemmens war damals neunjährig und überwand die Sprachbarriere schnell. Im April 2018 durchlief sie den Einbürgerungstest problemlos, seither besitzt die Wirtschaftsstudentin den Schweizer Pass. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 5 von 17. Lore Hoffmann (800 m / 25 Jahre / ATHLE.ch) . Die sozialen Medien sind nicht ihr Ding. Dort klinkt sich die Walliserin mit abgeschlossenem Master in Maschinenbau gar nicht erst ein, um «nicht unnötig Energie zu verlieren». Ausser Landesrekordhalterin Selina Rutz-Büchel legte noch keine Schweizerin die zwei vollen Bahnrunden schneller zurück als Hoffmann. Bildquelle: KEYSTONE/ATHLETIX.CH/Ulf Schiller.
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Bild 6 von 17. Ditaji Kambundji (100 m Hürden / 20 Jahre / ST Bern). Als Schwester Mujinga Kambundji erstmals barfuss zu einem Wettkampf angetreten ist, war Ditaji (Jahrgang 2002) noch nicht geboren. Sie ist das Nesthäkchen der Familie und wurde überallhin mitgeschleppt. Gemäss Trainer Adrian Rothenbühler ist Ditaji Kambundji noch beweglicher, talentierter, spritziger und draufgängerischer als Schwester Mujinga. Bildquelle: Keystone/Ulf Schiller.
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Bild 7 von 17. Noemi Zbären (100 m Hürden / 28 Jahre / SK Langnau) . Bei der WM 2015 in Peking schaffte die Emmentalerin die einzige Schweizer Final-Teilnahme (6. Schlussrang). Verletzungen bremsten die frühere Freizeit-Volleyballerin immer wieder aus. Die «einigen dicken Wälzer», die sie las, dienten nicht nur dem Zeitvertreib. Zbären hat den Bachelor in Biochemie sowie den Master in Mikrobiologie und Immunologie. Bildquelle: freshfocus/Claudio Thoma.
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Bild 8 von 17. Yasmin Giger (400 m Hürden & Staffel / 22 Jahre / LC Zürich) . Zaafir Giger, Fussballer in der dritthöchsten Schweizer Liga, weckte bei seiner jüngeren Schwester einst die Begeisterung für die Schnelligkeit. Also eiferte sie ihm nach – einfach auf der Tartanbahn und brachte es 2017 bis zum U20-Europameistertitel. Heute greift Bruder Zaafir der Thurgauerin beim Koordinieren von Terminen unter die Arme. Bildquelle: freshfocus/Marc Schumacher.
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Bild 9 von 17. Chiara Scherrer (3000 m Steeple / 26 Jahre / TG Hütten) . 2016 nahmen ihre Leistungen plötzlich rapide ab: Die Ärzte diagnostizierten eine kleine Lungenembolie. Seit ihrem Comeback im Herbst des gleichen Jahres geht es wieder aufwärts. Physiotherapeutin Scherrer teilt sich mit Marathonläuferin Fabienne Schlumpf Trainer Michi Rüegg von der TG Hütten. Bildquelle: freshfocus/Marc Schumacher.
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Bild 10 von 17. Angelica Moser (Stabhochsprung / 24 Jahre / LC Zürich). Die Hallen-Europameisterin von 2021 tritt bereits zu ihrer 4. Elite-WM an. Sie ist in den USA geboren, hat den US-Pass mittlerweile aber abgegeben. Und Moser ist mit Leichtathletik-Genen geradezu gesegnet: Ihr Vater war Zehnkämpfer, die Mutter Siebenkämpferin – beide auf hohem Niveau. Bildquelle: freshfocus/Marc Schumacher.
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Bild 11 von 17. Annik Kälin (Siebenkampf / 22 Jahre / TV Landquart). Die Schweizer Rekordhalterin im Siebenkampf bildet mit ihrem Vater Marco, einem Quereinsteiger als Coach, ein Erfolgsgespann. Kälin ist nebst William Reais die zweite Bündnerin im Schweizer WM-Aufgebot und nebst Scherrer eine weitere Physiotherapeutin. Bildquelle: Keystone/APA/DIETMAR STIPLOVSEK .
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Bild 12 von 17. Sarah Atcho (4*100 m Staffel / 27 Jahre / Lausanne-Sports). Im Verbreiten von guter Laune macht der Romande im Team kaum jemand etwas vor. So wird Atcho von Sprinter-Kollegin Salomé Kora mit einem Augenzwinkern wie folgt beschrieben: «Sie ist unsere Stimmungskanone, die gerne aber auch schon mal zur Drama-Queen werden kann.». Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 13 von 17. Salomé Kora (4*100 m Staffel / 28 Jahre / LCB St. Gallen),. Die Langschläferin machte als Kind kaum Sport. Erst im Alter von 17 Jahren erschien sie beim LC Brühl zum ersten Leichtathletik-Training und machte rasant Fortschritte. Die ausgebildete Oberstufenlehrerin wird als ehrlich und sachlich beschrieben. Bildquelle: Keystone/Martial Trezzini.
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Bild 14 von 17. Natacha Kouni (4*100 m Staffel / 21 Jahre / LC Zürich). Als Diskuswerferin hatte Kouni in noch jüngeren Jahren eine zweite starke Disziplin, auf die sie wettkampfmässig setzte. Die gebürtige Kamerunerin lebt seit 2011 in der Schweiz. In ihrer Freizeit fotografiert sie gerne. Bildquelle: Keystone/Marcel Bieri.
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Bild 15 von 17. Annina Fahr (4*400 m Staffel / 29 Jahre / TV Unterstrass Zürich). Die Schaffhauserin versteht es, Gas zu geben. Auch im Beruf: Sie ist Doktorandin Gesundheitswissenschaft und Technologie im Rehabilitationszentrum des Universitäts-Kinderspitals Zürich. Daneben schnupperte sie im vergangenen Sommer in Tokio erstmals Olympia-Luft. Bildquelle: freshfocus/Claudio Thoma.
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Bild 16 von 17. Sarah King (4*400 m Staffel / 26 Jahre / LV Langenthal). In der winzigen Stadt Yamhill im US-Bundesstaat Oregon aufgewachsen, kommt die US-Doppelbürgerin nun quasi zu Heim-Weltmeisterschaften. Weil das Gerangel um die Startplätze im Schweizer Verband kleiner ist als in den Staaten, zog King erst vor kurzem in die Schweiz – in die Heimat ihrer Mutter – zur Tante nach Madiswil im Oberaargau. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 17 von 17. Julia Niederberger (4*400 m Staffel / 22 Jahre / LA Nidwalden). Die Polygrafin und Pfadileiterin ist die erste Athletin in der 25-jährigen Geschichte der LA Nidwalden, die für eine Aktiv-Weltmeisterschaft selektioniert wurde. Dabei hatte sie nach Hallen-Bronze bei den Schweizer Meisterschaften Anfang Jahr eine Leidenszeit mit einem bakteriellen Infekt und einer Corona-Erkrankung durchzustehen. Bildquelle: Keystone/Urs Flüeler.