Fast 5000 km absolviert, dabei 4 Zeitzonen und 14 US-Bundesstaaten durchquert – und am Ende alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinter sich gelassen: Isa Pulver hat das Race Across America 2023 mit einer Parforce-Leistung für sich entschieden. Die 52-jährige Bernerin ist erst die 2. Frau, die auch die gesamte Männerkonkurrenz schlug.
Am Freitagmorgen Ortszeit kam Pulver in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland an der Ostküste am Ziel an – nach 9 Tagen, 12 Stunden und 16 Minuten (Zeit noch inoffiziell). Den schnellsten Mann, den Schweizer Lionel Poggio, distanzierte sie um rund 270 km. In Oceanside, Kalifornien waren am 13. Juni insgesamt 30 Fahrerinnen und Fahrer in der Kategorie Solo ins härteste Velorennen der Welt gestartet.
«Es ist einfach unglaublich. Ich habe mich nur auf mich konzentriert und wollte Spass haben. Wir waren wie eine grosse Familie, die zusammen durch die USA reist», wird die überlegene Siegerin in einer Medienmitteilung zitiert. Zuvor war es erst der Kanadierin Leah Goldstein im Jahr 2021 – in einem wegen Corona dezimierten Feld – gelungen, als Frau das Gesamtklassement für sich zu entscheiden.
Hirnblutung erst vor einem Jahr
Bereits 2015, bei Pulvers 1. Teilnahme, hatte die Schweizerin über den Sieg in der Frauen-Konkurrenz jubeln können. 4 Jahre später wurde sie beim Rennen, währenddem quasi nonstop gefahren wird und Schlaf sowie Ernährung auf ein Minium reduziert werden, Dritte. Der neuerliche Triumph ist umso imposanter, als dass Pulver vor einem Jahr eine Hirnblutung erlitten hatte.
Die angepassten Trainingseinheiten, die stetige präzise Überwachung während der Trainings und des Rennens durch ihren Vertrauensarzt in der Schweiz haben sich nun als vorteilhaft erwiesen. «Diese Konzentration auf das verfeinerte Training hat sich ausbezahlt. Deshalb konnte ich auch so konstant fahren», so Pulver.
Rekord knapp verpasst
Den Rekord der Ultracycling-Legende Seana Hogan aus dem Jahre 1995 von 9 Tagen, 4 Stunden und 2 Minuten aus dem Jahr 1995 verpasste PuIver um rund 8 Stunden knapp. Allerdings war die Strecke damals um 193 Kilometer kürzer.