Der Basler Regierungsrat will dem Historischen Museum unter die Arme greifen. Dies hat er im Rahmen der Präsentation der Betriebsanalyse des Museums bekannt gegeben. Insgesamt erhält das Museum einmalig rund 300'000 Franken. Mit diesem Geld sollen die Verantwortlichen die Weichen für die Zukunft stellen und einen Strategieprozess erarbeiten.
Denn nach wie vor gibt es viele offene Fragen. Wie will sich das Historische Museum in Zukunft positionieren? Braucht es alle drei Standorte? Das soll die Strategie klären.
Drei Szenarien
Museumsdirektor Marc Fehlmann hat sich hierzu bereits Gedanken gemacht. Möglich wären seiner Meinung nach drei Szenarien: «Erstens: Wir machen etwas mit internationalem Renommee. Zweitens: Wir machen so weiter wie bisher. Oder drittens: Wir specken so ab, dass man das Haus nicht mehr wahrnimmt.»
Und er macht keinen Hehl daraus, dass ihm nicht nur die dritte, sondern auch die zweite Variante nicht gefällt: «Mit dem derzeitigen Personal und dem aktuellen Werbebudget sind wir Mittelmass und verschwinden in der Bedeutungslosigkeit.» Ob das Budget für sein Museum erhöht wird, erfährt er allerdings erst, wenn die Strategie verfasst ist.
Mangelhafte Inventarisierung
Das Geld, das die Basler Regierung nun gesprochen hat, wird aber nicht nur für die Strategieentwicklung gebraucht, sondern auch für eine umfassende Sammlungserschliessung. Dies sei dringend notwendig, denn das Museum hat seine Bestände nur mangelhaft inventarisiert. Internationale Standards in der Bewahrung und Pflege der Gegenstände würden nicht eingehalten.
Auch die insgesamt acht verschiedenen Depots des Museums seien in schlechtem Zustand. Man wolle nun prüfen, ob ein zentraler Depotstandort für das Historische Museum möglich ist.
Ungewisse Zukunft auf dem Lohnhof
Das Historische Museum hat drei Standorte: Die Ausstellung in der Barfüsserkirche, das Haus zum Kirschgarten und das Musikmuseum. Für das Musikmuseum beim Lohnhof könnte es eng werden, denn in der Betriebsanalyse wird vorgerechnet, dass bei der Schliessung des Standorts jährlich bis zu 450'000 Franken eingespart werden könnten. Daher verlangt die Regierung nun auch vom Museum, die Zukunft dieses Standorts zu überprüfen.