Es ist ein Rätsel, das Genf seit Monaten beunruhigt. Letztes Jahr explodierten im Abstand von wenigen Monaten zwei Paketbomben. Zwei Menschen wurden dabei verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen.
Jetzt entdeckte die Polizei DNA in einem Umschlag, der von Genf aus an die Uhrenmanufaktur Patek Philippe geschickt worden war. Und entgegen dem von der Polizei erstellen Profil gehört sie nicht zu einem Mann, sondern zu einer blonden, blauäugigen Frau.
Beitrag von RTS zum DNA-Fund, mit deutschen Untertiteln:
Seit mehreren Monaten ist die Uhrenfirma das Ziel eines Erpressers. Er forderte Dutzende Millionen Franken und drohte damit, Angestellte und Kunden anzugreifen. Den Drohungen folgten bald auch Taten. Bereits drei Bomben sind gelegt worden, die beiden, die letztes Jahr explodiert sind, und eine dritte, die vor einer Woche entdeckt wurde, aber nicht explodierte.
Die Entdeckung der DNA wirft die Frage auf, ob eine Frau diese Bomben gelegt haben könnte. Mehrere Hypothesen liegen auf dem Tisch. Die DNA könnte von einer Täterin stammen, die allein handelte oder als Teil einer Gruppe. Es ist aber auch möglich, dass der Täter diese Spur absichtlich hinterlassen hat, um die Ermittler in die Irre zu führen und den Sachverhalt zu verschleiern.
Bedeutet diese weibliche DNA einen Durchbruch in den Ermittlungen? Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht äussern. Auf jeden Fall scheint die DNA keine eindeutige Identifizierung einer Person zu ermöglichen.
Debattieren Sie mit:
Nach Angaben von RTS steht die gefundene DNA in keinem Zusammenhang zu den beiden Brüdern, die im Dezember verhaftet und in der vergangenen Woche wieder freigelassen wurden. Sie passt auch nicht zu einer der Frauen in deren Umfeld. Die Verhaftung der beiden Männer wurde weithin kritisiert. Mehrere Quellen, die den Ermittlungen nahe stehen, behaupten, es habe von Anfang an keine stichhaltigen Beweise gegen sie gegeben.
Die Verhaftungen erfolgten gemäss den Informationen von RTS vor allem deshalb, weil einer der Brüder dem «idealen Profil eines Verdächtigen» entsprach. Bereits als Minderjähriger sei er mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Es sei um Vorfälle gegangen, die mehr als fünfzehn Jahre zurückliegen und für die der Mann nicht strafrechtlich verantwortlich gemacht werden konnte. Seitdem habe er ein ruhiges Leben geführt und sein Leben wieder aufgebaut.