- Der Luftfahrtzulieferer Mecaplex aus Grenchen will Ende September bis zu 35 von 73 Angestellten kündigen. Man sehe keine andere Möglichkeit, teilt die Firma mit.
- «Als Folge der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Krise der gesamten Luftfahrtindustrie beabsichtigt Mecaplex in Grenchen, im erheblichen Umfang Personal abzubauen», schreibt die Firma.
- Mecaplex macht Scheiben für Flugzeuge und Helikopter und hat letztes Jahr, weil es so gut lief, ausgebaut. Nun macht die Corona-Krise der Firma zu schaffen.
- Dass man «trotz Kurzarbeit die Hälfte der Belegschaft entlässt» sei nicht in Ordnung, kritisiert die Gewerkschaft Unia. Sie fordert einen Verzicht auf Kündigungen.
Die Solothurner Zeitung spricht in der Printausgabe von einem «Corona-Kahlschlag». Mecaplex begründet den Stellenabbau mit der Anzahl Bestellungen, die eingebrochen ist. Erst letztes Jahr lief es noch so gut, dass ein zweites Fertigungswerk in Betrieb genommen wurde, jetzt aber ist wegen der Corona-Auswirkungen alles anders. «Niemand konnte damit rechnen, dass sich die Auftragslage so dramatisch verändert», sagt Geschäftsführer Beat Jermann.
Niemand konnte damit rechnen, dass sich die Auftragslage so dramatisch verändert.
Die Luftfahrtindustrie steckt wegen der Corona-Pandemie in einer Krise, entsprechend fehlen Bestellungen für Flugzeugverglasungen. Da man in der Luftfahrtbranche langfristig plant, sieht die Firma auch in näherer Zukunft keine Erholung der angespannten Lage.
Das Konsultationsverfahren ist gemäss Mecaplex eröffnet. Nun können die Angestellten Vorschläge einbringen, wie der Personalabbau vermindert werden kann. Die Gewerkschaft Unia fordert einen Verzicht auf Kündigungen und einen Sozialplan.
Firmen sollen «rechtzeitig» entscheiden
Eigentlich können Firmen in einer solchen Situation bis zu 18 Monate Kurzarbeit beantragen. «Wenn eine Firma sieht, dass der Einbruch länger andauert, dann muss sie rechtzeitig entscheiden», erklärt Jonas Motschi vom Solothurner Amt für Wirtschaft. Dies hat die Firma Mecaplex nun getan.
Jonas Motschi sieht allerdings keine Kündigungswelle auf den Kanton Solothurn zurollen. Bis jetzt handle es sich hierbei um einen Einzelfall. Coronabedingte Kündigungen könnten seiner Einschätzung nach jedoch durchaus noch auf den Kanton Solothurn zukommen. Ähnlich sieht dies Thomas Buchmann vom Aargauer Amt für Wirtschaft und Arbeit. Auch im Aargau gab es bisher noch keine grossen Entlassungszahlen wegen Corona.