Die Proteste vor zwei Jahren
-
Bild 1 von 13. Mit Katapulten gegen die Staatsmacht. Der Kampf zwischen Opposition und Regierung erfolgt mit ungleichen Waffen. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 2 von 13. Die Kopfstein-Pflästerung auf dem Unabhängigkeitsplatz wird mit Brecheisen herausgebrochen. Die Steine dienen als Wurfgeschosse. Bildquelle: AFP TV.
-
Bild 3 von 13. Beim Aufstand präparieren ukrainische Frauen Molotow-Cocktails. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 4 von 13. Die «Cocktails», die von den Ukrainerinnen in Flaschen gefüllt werden, sind hoch explosiv und gegen Sicherheitsbeamte gerichtet. Bildquelle: AFP TV.
-
Bild 5 von 13. In der St.-Michaels-Kathedrale erhalten verletzte Demonstranten improvisiert medizinische Versorgung. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 6 von 13. Die Reihen der Spezialkräfte sind dicht geschlossen. Auch nach der Waffenruhe werden sie weiter vorrücken. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 7 von 13. Sicherheitskräfte des Innenministeriums formieren sich beim Unabhängigkeitsplatz. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 8 von 13. Göttlichen Beistand fleht diese Demonstrantin in Kiew an. Wirklich helfen kann der Opposition aber nur der Westen. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 9 von 13. Sicherheitskräfte kontrollieren rund die Hälfte des Unabhängigkeitsplatzes und einige Stockwerke des Gewerkschaftsgebäudes (linker Bildrand). Bildquelle: Reuters.
-
Bild 10 von 13. Regierungsgegner formieren sich wie die Sicherheitskräfte mit selbst gemachten Schutzschilden. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 11 von 13. Das Satellitenbild vom Dienstag (18.2.14) zeigt die schwarze Rauchwolke von brennenden Autoreifen im Stadtzentrum von Kiew. Bildquelle: Skybox Imaging, Keystone.
-
Bild 12 von 13. Zwischen brennenden Barrikaden stossen Regierungsgegner und Sicherheitskräfte aufeinander. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 13 von 13. Die blutigen Strassenkämpfe in der Nacht auf Mittwoch (19.2.14) forderten bis zum Morgen 25 Tote, Hunderte wurden verletzt, eine Ärztin spricht von mehr als 1000. Bildquelle: Reuters.
In Kiew herrscht eine aggressive Stimmung. Nach einer Nacht voller Gewalt hat sich die Lage laut Augenzeugen zwar etwas beruhigt. Aber noch immer stehen sich die beiden Seiten gegenüber. Gelegentlich kommt es zu Zusammenstössen.
Über die Opfer des Gewalt-Exzess gehen die Angaben auseinander. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass 241 Menschen mit Verletzungen in Spitäler gebracht worden seien. Unter den Verletzten waren 79 Polizisten und 5 Journalisten. Andere Quellen, allen voran die renommierte Ärztin Olga Bogomolez, sprachen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa von mehr als 1000 verletzten Demonstranten und 300 verletzten Sicherheitskräften.
Sturm auf das Zeltlager
Laut SRF-Korrespondent Peter Gysling spielten sich in der Nacht dramatische Szenen im Zentrum Kiews ab. «Der Maidan brennt. Ein Flammenmeer rollt wie eine Lawine stetig und langsam auf das Zentrum des Platzes zu.»
Im Zentrum, auf dem Unabhängigkeitsplatz, halten sich die Regierungsgegner verschanzt. «Um sich dem Sturm ihres Zeltlagers zu widersetzen, haben sie zuvor rund um den Maidan Barrikaden in Brand gesetzt. Sie dienten als Feuerwand, welche die gefürchteten Sondertruppen des Innenministeriums zurückhalten sollten», sagt Gysling.
Viele junge und ältere Menschen versuchten sich laut Gysling gegenseitig Mut zu machen. Sie sangen Lieder, darunter die ukrainische Nationalhymne, während wenige Meter neben ihnen Zelte und Barrikaden brannten.
Weiterhin brutale Zusammenstösse
Die sogenannte Anti-Terror-Aktion der ukrainischen Staatsmacht ging äusserst brutal vor. Die Regierungsgegner schlugen zurück. Das Innenministerium in Kiew teilte mit, dass neun Polizisten und mehr als ein Dutzend Demonstranten bei den Ausschreitungen starben. Zudem wurde ein Journalist von unbekannten Maskierten erschossen.
Trauertag ausgerufen
Der streitbare ukrainische Präsident Janukowitsch zementiert derweil seinen Weg der Null-Toleranz mit irritierenden Reaktionen. Zum Gedenken an die Toten sollten am Donnerstag an allen staatlichen Gebäuden in der Ex-Sowjetrepublik die Fahnen auf Halbmast gesenkt werden, ordnete er an.
Zudem sollten Konzerte und Sportveranstaltungen abgesagt werden. Fernseh- und Radiosender wurden aufgefordert, ihr Programm «angemessen» zu ändern, hiess es nach Medienberichten in einer Mitteilung.
Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten
Wieso kam es zu dieser Eskalation? «Es hat mit dem sehr gewaltbereiten Teil der Oppositionsbewegung zu tun. Gut möglich ist auch, dass staatliche Provokateure die Nationalisten angestiftet und dies so zu einem Crash auf dem Maidan geführt hat», vermutet Peter Gysling.
Für den schwedischen Aussenminister Carl Bildt ist klar, wer der Schuldige ist: «Für die Toten ist der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch verantwortlich», twitterte er. Und weiter: «Er hat Blut an den Händen.»