Hillary Clinton ist nun auch offiziell Präsidentschaftskandidatin der demokratischen Partei. Die frühere Aussenministerin, Senatorin und First Lady nahm auf dem Parteikonvent in Philadelphia ihre Nominierung an – bei einer grossen Party mit Feuerwerk und einem Luftballonregen.
Clinton nutzte ihre Parteitagsrede zu einem Frontalangriff gegen ihren republikanischen Konkurrenten Donald Trump. Dieser biete «keinen echten Wandel. Er bietet leere Versprechungen», rief Clinton den mehr als 4700 Delegierten des Parteitages zu. Trumps Aussage, er werde im Falle seiner Präsidentschaft US-Militärhilfen für Nato-Partner an Bedingungen knüpfen, konterte die frühere Chefdiplomatin: «Ich bin stolz, unseren Alliierten in der Nato gegen alle Bedrohungen beizustehen – auch gegen jene aus Russland.»
Appell an den Zusammenhalt
Neben der Kritik an Trump stellte Clinton die Gemeinsamkeiten und den Zusammenhalt der Amerikaner in den Mittelpunkt ihrer Rede. «Glaubt niemandem, der Euch sagt, er könne alles alleine lösen», sagte sie in Anspielung auf ihren republikanischen Gegenspieler. «Eure Anliegen sind unsere Anliegen.»
Clinton bekannte sich zur Standhaftigkeit im Kampf gegen Bedrohungen wie den internationalen Terrorismus. «Wir sehen mit klarem Blick, was auf unser Land zukommt», sagte sie. «Aber wir haben keine Angst. Wir werden mit der Herausforderung wachsen, wie wir es stets getan haben.»
Die 68 Jahre alte Clinton war am Dienstag von der grossen Mehrheit der Delegierten zur Kandidatin der Demokraten gewählt worden. Sie setzte sich auf dem Parteitag gegen ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders durch – so wie es das Ergebnis der Vorwahlen in allen Bundesstaaten und Territorien des Landes vorgegeben hatte.
Clinton ist die erste Frau überhaupt, die von einer der beiden grossen US-Parteien ins Rennen um das Weisse Haus geschickt wird. Die Amerikaner entscheiden am 8. November über die Nachfolge des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama, der nach seiner zweiten Amtsperiode nicht mehr kandidieren kann.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Meinungsforscher sehen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Clinton und ihrem Kontrahenten Trump. Der populistische Republikaner hat zuletzt aufgeholt und vor allem in ländlichen Regionen bei weissen, männlichen Wählern mit vergleichsweise niedrigem Bildungsniveau punkten können. Clinton hat viele Menschen aus der schwarzen und der lateinamerikanischen Minderheit hinter sich.
Präsident Barack Obama und weitere führende Köpfe der Demokraten hatten Clinton am Vortag attestiert, bestens für das Präsidentenamt gerüstet zu sein. Zuvor schon hatte ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton die menschlichen Fähigkeiten seiner Frau herausgestellt. Hillary habe sich von früher Jugend an für Benachteiligte eingesetzt, sagte er unter anderem.
Tochter Chelsea stellte ihre Mutter als Frau vor, die ihr ganzes Leben dem Kampf für Kinder und Familien gewidmet hat. «Ich werde eine Kämpferin wählen, die niemals aufgibt und immer daran glaubt, dass es noch besser geht – wenn wir nur zusammen kommen und miteinander arbeiten.»
-
Bild 1 von 10. Hillary Rodham lernt 1971 den Jurastudenten Bill Clinton kennen und lieben. 1975 heiraten die beiden und Rodham nahm den Namen Clinton an. Fortan machen sich die beiden drauf und dran, die US-Politik zu erobern. Auf dieser Aufnahme von 1979 sind sie bereits am Ziel ihrer Träume: im Weissen Haus. Damals allerdings noch als Gäste auf einem Ball. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 2 von 10. Zunächst aber stellt Hillary ihre beruflichen Ambitionen hinten an. Denn 1980 kommt Tochter Chelsea auf die Welt und für sie steht die Mutterrolle im Vordergrund. Die politische Karriere macht Ehemann Bill ... Bildquelle: Keystone.
-
Bild 3 von 10. Bill Clinton amtet als Gouverneur von Arkansas, bis 1992 die Krönung erfolgt. Er gewinnt die Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber George Bush (sen.) und wird am 20. Januar 1993 als Präsident vereidigt. Hillary Clinton wird First Lady. Ob sie damals schon ahnt, dass sie selbst einmal intakte Chancen auf den Amtseid haben wird? Bildquelle: Reuters.
-
Bild 4 von 10. Hillary und Bill Clinton zeigen sich am Anfang der zweiten Amtszeit im Jahr 1997 als glückliches Paar. Doch bald sollte eine Affäre die Beziehung in eine schwere Krise stürzen und dem Präsidenten fast das Amt kosten. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 5 von 10. Grund für die Ehekrise ist eine aussereheliche Affäre von Bill mit der Praktikantin Monica Lewinsky. 1998 wird dieser Umgang publik. Der Präsident streitet alles ab, doch die Beweise sind erdrückend. Schlussendlich gibt er die Affäre zu – ein Amtsenthebungsverfahren scheitert dennoch knapp. Bill bleibt im Amt und Hillary an seiner Seite. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 6 von 10. 2001 startet Hillary ihre politische Karriere. Bis 2009 ist sie Senatorin des Bundesstaates New York. Dann wird sie US-Aussenministerin (im Bild mit Russlands Aussenminister Sergej Lawrow). Das Amt steht am Ende einer Niederlage. Eigentlich wollte sie schon 2008 Präsidentin werden. Doch die Demokratische Partei nominierte Barack Obama. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 7 von 10. Trotz der Rivalität mit Obama holt dieser Clinton als Aussenministerin ins Kabinett. Von 2009–2013 profiliert sich Hillary Clinton international. 2013 tritt sie zurück. Gerüchte um eine Präsidentschaftskandidatur machen die Runde. Erst weist sie diese zurück. Im April 2015 aber erklärt sie ihre Kandidatur. Der Kampf um die Vorwahlen beginnt. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 8 von 10. Hillary Clinton gilt als haushohe Favoritin der Demokraten für die Präsidentschaftswahlen. Doch Rivale Bernie Sanders macht ihr das Leben schwer. Selbst Barack Obama wirft sich für Hillary ins Zeug, obwohl ihr Verhältnis gerüchteweise nicht besonders gut sein soll. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 9 von 10. Gelingt ihr der Wahlsieg gegen Donald Trump, wäre sie als erste Frau Präsidentin der USA. Dann hiesse es, Koffer packen. Für die Clintons ginge es zurück ins Weisse Haus – nur in umgekehrter Rollenverteilung und Bill als First Gentleman. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 10 von 10. Bei der offiziellen Nominierung am Wahlkonvent in Philadelphia liess sich Clinton schon einmal feiern. Zusammen mit ihrem Kandidaten fürs Amt des Vizepräsidenten, Tim Kaine, will sie das Rennen ums Weisse Haus für sich entscheiden. Bildquelle: Keystone.