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International Rückschlag für Kataloniens Unabhängigkeitsplan

Die Regierung im Euro-Krisenland Spanien kann aufatmen: Der katalanische Ministerpräsident Artur Mas fällt mit seinem Unabhängigkeitsplan bei den Wählern durch.

Die Regierung Kataloniens hat mit ihrem Unabhängigkeitsplan für die Region im Nordosten Spaniens einen Rückschlag erlitten. Bei einer vorgezogenen Regionalwahl versagten die Wähler dem Vorhaben zur Gründung eines unabhängigen Staates die erhoffte Unterstützung.

Ministerpräsident Artur Mas verfehlte bei der als historisch eingestuften Abstimmung klar die absolute Mehrheit. «Mas wurde wahrscheinlich vom Volk in erster Linie für seine unpopuläre Sparpolitik abgestraft», sagt Radio DRS-Korrespondent Alexander Gschwind im «HeuteMorgen».

Audio
«Ein unabhängiges Katalonien ist Wunschdenken»
aus Tagesgespräch vom 26.11.2012.
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Seine katalanischen Nationalisten gewannen zwar die meisten Sitze im Parlament der wirtschaftsstärksten Region in Spanien, mussten aber unerwartet drastische Stimmeinbussen hinnehmen. «Wir haben unser Ziel nicht erreicht», räumte der 56-jährige Mas in der Wahlnacht ein.

Ziel verfehlt

Er hatte die eigentlich erst in zwei Jahren fällige Wahl vorgezogen in der Hoffnung, die absolute Mehrheit im Regionalparlament in Barcelona zu gewinnen und danach eine Volksabstimmung über die Schaffung eines unabhängigen Staates abhalten zu lassen.

Nach dem vorläufigen Endergebnis, das in der Nacht zum Montag in Barcelona bekanntgegeben wurde, gewann das regierende Parteienbündnis CiU (Konvergenz und Union) 50 der insgesamt 135 Sitze im katalanischen Parlament, 12 weniger als bei der Wahl 2010.

Mas kündigte an, dass er Regierungschef bleiben, sich aber künftig einen Koalitionspartner suchen wolle. «Wir allein sind nicht stark genug, um die Regierung und den Prozess (zur Gründung eines unabhängigen Staates) allein führen zu können», sagte er.

Video
Will sich vom Diktat Spaniens loslösen: Regierungschefs Artur Mas. («Tagesschau» vom 25.11.2012)
Aus Tagesschau vom 25.11.2012.
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Als möglicher Koalitionspartner kommen eigentlich nur die katalanischen Linksrepublikaner (ERC) infrage, die die grossen Gewinner der Wahl waren. Die ERC, die ebenfalls für eine Trennung Kataloniens von Spanien eintritt, gewann 21 Sitze, gut doppelt so viele wie 2010. Die grossen Verlierer waren die Sozialisten (PSC), die nur auf 20 Mandate kamen, 8 weniger als bisher. Die konservative Volkspartei (PP) des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy gewann 19 Sitze, einen mehr als vor zwei Jahren. 

Historische Wahl

Die Wahl galt als die wichtigste in der jüngeren Geschichte Kataloniens, weil die Wähler dabei indirekt auch über die Gründung eines unabhängigen Staates abstimmten. Die Zentralregierung in Madrid will die Einheit Spaniens nicht infrage stellen lassen.

Sie hält das von Mas angekündigte Referendum für illegal und will die Abstimmung notfalls durch das Verfassungsgericht unterbinden lassen. 5,4 Millionen Katalanen waren zur Abgabe ihrer Stimme aufgefordert. Die Wahlbeteiligung erreichte nach ersten Erhebungen eine Rekordhöhe.

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