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International Syrische Flüchtlinge: Angst vor Fehlschuss der USA

Bis zu 17'000 Menschen flüchten täglich aus ihrer Heimat in den Libanon. Sie fürchten sich vor einen Militärschlag, hoffen aber auch, bald nach Hause zu können. Ein Augenschein vor Ort.

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Der Giftgas-Anschlag in Syrien vor eineinhalb Wochen hat die Flüchtlingssituation verschärft. Am syrisch-libanesischen Grenzübergang bilden sich seit Tagen lange Schlangen: Bis zu 17'000 Menschen sind es täglich.

Die UNO-Inspektoren haben das Land verlassen. Jetzt wollen sich Tausende Menschen noch rechtzeitig in Sicherheit bringen – ehe es zum erwarteten Militärschlag kommt.

Wunsch, bald wieder heimzukehren

SRF-Korrespondent Pascal Weber befindet sich derzeit im Libanon, nahe der syrischen Grenze. Für die Flüchtlinge sei die Heimat zwar nur einen Steinwurf entfernt, «und doch ist sie unerreichbar für diese Menschen».

Die Menschen fürchten sich laut Weber vor einem möglichen amerikanischen Militärschlag – und davor, selbst im Libanon «durch einen Fehlschluss der Amerikaner» getroffen zu werden. «Gleichzeitig hoffen sie, dass sich möglichst schnell etwas ändern möge», erzählt der Korrespondent. Sie wünschten sich, möglichst bald wieder zurückzukehren.

Das scheint aufgrund der derzeitigen Situation unwahrscheinlich. Die USA sehen einen Chemiewaffen-Einsatz des Assad-Regimes als erwiesen an. Eine endgültige Entscheidung über eine Militäroffensive hat Präsident Barack Obama zwar noch nicht getroffen. Letzte Nacht aber sagte er in Washington: «Wir denken an eine kurze begrenzte Aktion, die nicht nur Syrien, sondern auch anderen Staaten zeigt, dass die internationale Gemeinschaft darauf besteht, dass die Normen in Bezug auf den Bann von Chemiewaffen eingehalten werden.» Eine Militäraktion mit Bodentruppen schliesst Obama aus.

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