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Bild 1 von 10. Hillary Clinton will es nochmals wissen. Die Präsidentschaftswahl 2008 verlor die heute 67-Jährige gegen Barack Obama. Nun hat sie Ihre Kandidatur für die Wahl 2016 bekannt gegeben. Bildquelle: Reuters.
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Bild 2 von 10. Hillary Clinton liess sich während den beiden Amtszeiten ihres Mannes Bill nicht in die Rolle eines Hausmütterchens pressen. An der erfolgreichen Präsidentschaftswahl 1993 hatte auch sie einen massgeblichen Anteil. Bildquelle: Reuters.
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Bild 3 von 10. Noch im ersten Präsidentschaftsjahr ihres Mannes übernahm sie den Vorsitz einer Task Force, welche Vorschläge zur Reform des US-Gesundheitssystem unterbreitete. Diese Reformideen wurden allerdings abgelehnt. Seit 1997 sind dank Hillary Clinton auch die Kinder versichert, deren Eltern keine Krankenkassen sich leisten können. Bildquelle: Reuters.
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Bild 4 von 10. Die Affäre um Monica Lewinsky wird auch die aktuelle Präsidentschaftswahl belasten. Hillary Clinton hat mit der Nebenbuhlerin erstmals in ihrer 2003 erschienen Autobiography öffentlich abgerechnet. 2013 bezeichnete sie die ehemalige Praktikantin als «selbstverliebte Witzfigur». Bildquelle: Reuters.
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Bild 5 von 10. Ihre einzige Tochter, Chelsea, entwickelte sich in den beiden Amtsperioden von Bill Clinton zur jungen Frau. Chelsea arbeitet heute für einen Hedgefonds und hat letztes Jahr ein Kind zur Welt gebracht: . Bildquelle: Reuters.
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Bild 6 von 10. Ein Mädchen: Charlotte. Das lange herbeigesehnte Enkelkind kam im September 2014 auf die Welt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 10. 2008 war Hillary Clintons erster Versuch, in das Präsidentschaftsrennen einzusteigen. Zuvor galt es, die Delegierten der Demokraten in den einzelnen Bundesstaaten für sich zu gewinnen. Zu Beginn galt Hillary als Spitzenkandidatin. Ihrem Konkurrenten Barack Obama wurde höchstens ein Achtungserfolg zugetraut. Bildquelle: Reuters.
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Bild 8 von 10. Und obwohl sie grosse Siege in den Vorwahlen einheimste, unter anderem in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten Kalifornien und Florida, reichte es schlussendlich nicht. Die Mehrheit der Delegierten wählten Barack Obama zu ihrem Kandidaten. Bildquelle: Reuters.
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Bild 9 von 10. Barack Obama ernannte seine heftigste Widersacherin zur Aussenministerin. Ihre Bilanz ist durchwachsen. Selber gestand sie Fehler ein. In Erinnerung bleibt aber die Zahl 112. So viele Länder bereiste sie in ihrer Zeit als Aussenministerin. Ein Rekord. Bildquelle: Reuters.
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Bild 10 von 10. Gut in Erinnerung bleibt ihr Auftritt im Januar 1998 in Luzern. Ihr Mann besuchte damals das WEF in Davos, derweil die First Lady das Kinderparlament besuchte. Dabei hält sie einen Plüschaffen in der Hand – Reden durfte nur, wer den Affen in der Hand hielt. Vielleicht wird sie ja diesen Brauch dereinst im Kongress einführen. Bildquelle: Reuters.
Das Wichtigste vorweg: Obwohl ihre Autobiografie den Titel «Hard Choices» («Entscheidungen») trägt, verrät Hillary Clinton auf 944 Seiten nicht, ob sie ins Rennen ums Weisse Haus steigen wird. Doch sie lässt die Gerüchteküche weiter brodeln.
Seit Monaten zanken sich Kommentatoren in Washington darüber, ob die 66-jährige Frau von Ex-Präsident Bill Clinton den Willen aufbringt, als erste Frau das höchste Amt der Vereinigten Staaten zu bekleiden.
«Ob ich 2016 für die Präsidentschaft kandidieren werde», sei die Frage, die sie am häufigsten höre, schreibt die ehemalige US-Aussenministerin im Buch. «Die Antwort lautet: Ich habe mich noch nicht entschieden.»
In einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC sagte Clinton, sie werde entscheiden, wenn es für sie richtig sei. Auf Nachfrage betonte die Ex-Aussenministerin, sie werde nicht vor Ende Jahr diesen Entscheid fällen.
Auch wenn sie die Antwort auf die wohl drängendste Frage schuldig bleibt: Clintons Buch scheint schon jetzt den Weg für einen möglichen Hillary-Wahlkampf in zwei Jahren ebnen zu sollen.
Erfahrungen einer Top-Diplomatin
Das Buch ist ein fein abgestimmtes Stückwerk aus persönlichen Erfahrungen, aussenpolitischer Analyse und einem Marsch durch die Herausforderungen, mit denen Clinton in ihren vier Jahren als Top-Diplomatin unter Präsident Barack Obama zu kämpfen hatte.
In klar gegliederten Kapiteln zu Ländern (Russland, Iran, China), Regionen (Nahost, Europa, Lateinamerika) und Themen (Klimawandel, Arabischer Frühling, Menschenrechte) führt sie die Leser mit «knappen und oft gewitzten» Einschätzungen durch das politische Weltgefüge, wie die «New York Times» schreibt.
Sorry für Irakkrieg
Mit zwei äusserst unbequemen Themen räumt sie gleich zu Beginn auf – möglicherweise, um Kritikern im Fall ihrer Kandidatur das Wasser abzugraben. Es sei «ein Fehler» gewesen, im Jahr 2002 als Senatorin für den US-geführten Irak-Krieg zu stimmen, schreibt sie. «Ich handelte damals in gutem Glauben und auf Basis aller mir vorliegenden Informationen. Trotzdem lag ich schlicht und einfach falsch.»
Dieses Votum verfolgte sie noch Jahre später, als sie die Präsidenten-Vorwahl der Demokraten 2008 schliesslich an Obama abtreten musste. Bis Clinton den Fehler nun öffentlich eingestehen konnte, sind noch einmal fast sieben Jahre vergangen. Jetzt ist das Thema endlich vom Tisch.
Dezente Anekdoten
Grosse Neuigkeiten sind im Wälzer nicht versteckt, dafür aber einige spannende –- und teils witzige – Einblicke hinter die Kulissen der Supermacht USA. Obama habe sie während eines Treffens in Prag etwa zur Seite gezogen und gesagt: «Hillary, ich muss mit Ihnen reden.»
Dann habe er seinen Arm um sie gelegt, sei mit ihr zum Fenster gegangen und habe ihr ins Ohr geflüstert: «Sie haben da etwas zwischen den Zähnen.» Andere Anekdoten bleiben unter Verschluss – auch zum Schutz des Präsidenten.
Dramatik während Bin-Laden-Einsatz
Der wohl dramatischste Moment ihrer Amtszeit als Chefdiplomatin war die Jagd auf Top-Terrorist Osama bin Laden. «Wir konnten nur warten, bis neue Informationen vom Team vor Ort kamen», schreibt Clinton.
«Ich blickte zum Präsidenten. Er wirkte ganz ruhig. Selten war ich so stolz darauf, an seiner Seite tätig zu sein, wie an diesem Tag.» Hier verpasst sie nicht die Chance, auch ihren eigenen Einfluss auf Obamas Entscheidung hervorzuheben.
Eine übergreifende, aussenpolitische Vision bietet die in Chicago geborene Hillary Rodham Clinton («HRC») in ihrem Buch nicht, vielmehr präsentiert sie sich als Pragmatikerin, die kühl abwägt und von Fall zu Fall entscheidet.
Über ihre Zeit nach der Präsidentschaft ihres Mannes sagte Hillary Rodham Clinton der ABC News, sie seien nicht nur blank aus dem Weissen Haus gegangen, sondern mit Schulden. «Wir hatten kein Geld für die Hypotheken und für Chelseas Ausbildung,» sagte Clinton weiter. Es sei nicht einfach gewesen, betonte die 66-Jährige im Interview mit dem US-Fernsehsender.
«Dieser Band ist die Arbeit von jemandem, der sich all seine politischen Optionen offenhält», resümiert die «New York Times». Die «Washington Post» nennt «Entscheidungen» ein «Kampagnen-Buch» – und fasst nach einer Analyse zusammen: «Lasst uns ehrlich sein. Hillary Clinton kandidiert für das Präsidentenamt.»
Das Buch ist seit Dienstag im Handel erhältlich.
Politiker-Dynastien
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Bild 1 von 8. Sie sind die Politiker-Dynasitie par excelence: Die Kennedys. Aus der einflussreichen irisch-amerikanischen Familie kommen zahlreiche Politiker. So sind dies zum Beispiel der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, Präsidentschaftsbewerber Robert Francis «Bobby» Kennedy oder US-Senator Edward Moore «Ted» Kennedy. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 8. Die Nehru-Gandhi-Familie ist eine der einflussreichsten Politikerfamilien Indiens. Drei Familienmittglieder waren Premierminister. Unter ihnen auch Indira Gandhi und ihr Sohn Rajiv (im Bild). Die Familie ist aber nicht mit dem Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi verwandt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 8. Aus dieser Familie stammen unter anderem zwei US-Präsidenten und ein Gouverneur. George H.W. Bush, George W. Bush und John Ellis «Jeb» Bush posieren mit dem Grossteil der Familie. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 8. Die Roosevelt-Familie war vor allem Ende des vorletzen und Anfangs des letzten Jahrhunderts einflussreich. Bekannt sind vor allem die Präsidenten Theodore und Franklin D. (im Bild, Cousin 5. Grades von Theodore) Roosevelt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 8. Unter Politiker-Dynastie könnte auch diese Familie gelten. Die Pahlavis waren Mitglieder des iranischen Kaiserhauses und lenkten die Geschicke des Landes bis zur islamischen Revolution Ayatollah Chomeinis von 1979. Im Bild ist der letzte Schah Mohhamed Reza Pahlavi mit seiner Frau Kaiserin Farah Diba im Winterurlaub in St. Moritz 1975. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 8. Die Papandreous leiten seit den frühen 1920er-Jahren die politischen Geschicke Griechenlands. Andreas Papandreou war Ministerpräsident. Seine beiden Söhne Giorgos Andrea (Bildmitte, bei der Beerdigung des Vaters 1996) und Gerogios bekleideten ebenfalls dieses Amt in Griechenland. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 8. Auch Grossbritannien hat seine Politiker-Dynastie – wenn auch nicht eine grosse. Clement Attlee (links, hier mit Roosevelt und Stalin) war Premierminister des Vereinigten Königreichs. Sein Sohn, Martin Attlee, war ebenfalls Politiker. Der Enkel, John Attlee, ist Mitglied des britischen Oberhauses. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 8. Zwar keine Politiker-Dynastie, aber immerhin Vater und Sohn. Kurt Wasserfallen politisierte von 1999 bis zu seinem Tod 2006 im Nationalrat für die FDP. Sein Sohn Christian sitzt auch für die Bürgerlichen seit 2007 in der grossen Kammer. Bildquelle: Keystone.