- In Deutschland soll eine Impfpflicht für Masern eingeführt werden.
- Diese soll laut Gesundheitsminister Jens Spahn ab März 2020 gelten.
- Die Spitzen von CDU und SPD stellten sich bereits hinter die Pläne des Christdemokraten.
- Eltern von Schulkindern drohen laut dem Gesetzesentwurf bei Impf-Verweigerung Bussen bis zu 2500 Euro.
Trotz aller Kampagnen erreiche man in Deutschland die nötige Impfquote von mindestens 95 Prozent nicht, sagte Spahn gegenüber der Bild am Sonntag. Deshalb werde das Parlament vermutlich noch dieses Jahr über ein Gesetz entscheiden, das eine Masern-Impfung vorschreibe.
Die Präsidentinnen der Koalitionsparteien signalisierten bereits ihre Unterstützung. Wenn Eltern ihre Kinder nicht gegen Masern impfen, brächten sie damit nicht nur diese in Gefahr, sondern andere auch, sagte CDU-Chefin Kramp Karrenbauer in Berlin: «In dieser Abwägung halte ich eine Impfpflicht für richtig.» SPD-Präsidentin Andrea Nahles sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, die Individuelle Freiheit habe «ihre Grenzen dort, wo sie die Gesundheit vieler anderer gefährdet.»
Busse bei Weigerung
Der Gesetzesentwurf des Gesundheitsministers liegt der Nachrichtenagentur dpa vor. Demnach soll die Masern-Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen ab März 2020 gelten. Wer nicht geimpft ist, soll vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden. «Schliesslich sind in Kitas auch Kinder unter zehn Monaten, die noch nicht geimpft werden dürfen und damit besonders gefährdet sind», sagte Spahn gegenüber der «Bild am Sonntag».
Bei Schulen sei dies nicht möglich, da dort die Schulpflicht gelte. «Aber wer sein Kind nicht impfen lässt, dem drohen Bussgelder in Höhe von bis zu 2500 Euro.»
In der Schweiz gibt es keine entsprechende Impfpflicht. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt jedoch die Impfung gegen Masern.