- Den dritten Abend in Folge hat es in der Türkei Demonstrationen gegeben.
- Zehntausende Menschen protestierten gegen die Verhaftung des Istanbuler Stadtpräsidenten Ekrem Imamoğlu.
- Nach jüngsten Informationen sind am Freitagabend mehr als 340 Menschen festgenommen worden.
Trotz Demonstrationsverboten versammelten sich die Demonstrierenden in mehr als einem Dutzend Städten – darunter in der Hauptstadt Ankara und der grössten Stadt des Landes, Istanbul. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.
Imamoğlus Partei, die zu den Protesten aufgerufen hat, sprach von 300'000 Menschen, die sich versammelt hätten. Die Polizei löste in Ankara und Izmir Demonstrationen auf. Dort ist es laut Nachrichtenagenturen ebenfalls zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen.
Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden 343 Menschen in mehreren Städten festgenommen. Zuvor war noch von 97 Festnahmen die Rede gewesen. Ziel der Massnahmen sei es, eine «Störung der öffentlichen Ordnung» zu verhindern, erklärte das Ministerium. Die Behörden würden «Chaos und Provokationen» nicht dulden.
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Bild 1 von 5. In Istanbul protestieren die Menschen gegen die Festnahme von Ekrem Imamoğlu. (21.3.2025). Bildquelle: Keystone/AP Photo/Emrah Gurel.
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Bild 2 von 5. Imamoğlu gilt als der wichtigste Rivale des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Bild aus Istanbul. (21.3.2025). Bildquelle: Keystone/AP Photo/Khalil Hamra.
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Bild 3 von 5. Die Protestierenden sehen hinter Imamoğlus Verhaftung die Regierung, die die Ausschaltung eines politischen Konkurrenten beabsichtige. Bild aus Istanbul (21.3.2025). Bildquelle: REUTERS/Dilara Senkaya.
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Bild 4 von 5. Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen die Demonstrierenden ein, wie hier in Ankara. (21.3.2025). Bildquelle: REUTERS/Cagla Gurdogan.
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Bild 5 von 5. Über 340 Menschen sind laut Innenministerium festgenommen worden. Bild aus Ankara. (21.3.2025) . Bildquelle: REUTERS/Cagla Gurdogan.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte vor weiteren Kundgebungen der Opposition am Wochenende. Er werde eine Störung der öffentlichen Ordnung nicht hinnehmen, sagte Erdogan.
Imamoğlu spricht von politischem Putsch
Schon seit Mittwoch gehen Zehntausende Menschen in Istanbul, Ankara und anderen Städten gegen die Festnahme Imamoğlu auf die Strasse. Ekrem Imamoğlu verurteilte die Ermittlungen in einem X-Post am Samstag als «politischen Putsch» und fügte hinzu: «Ich rufe mein Volk auf. Mit eurer Unterstützung werden wir zuerst diesen Putsch vereiteln, und dann werden wir diejenigen fortschicken, die uns dies erleben liessen.»
Imamoğlu soll am Samstag einem Gericht vorgeführt werden. Unterdessen wurden 56 Social-Media-Nutzende unter dem Vorwurf der Anstiftung zu Unruhen festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.