31 Prozent Zölle auf Schweizer Exporte – als Daniel Arn, CEO der Zahnradtechnik-Firma Hans Christen AG, vom Zollpaket der USA erfährt, fragt er sich als Erstes: «Wer soll das bezahlen?» Zölle in dieser Höhe, das habe es noch nie gegeben.
Seine Firma in Herzogenbuchsee BE produziert Präzisionsstücke aus Metall: von Zahnrädern über Kettenräder bis hin zu Schneckenrädern. «Unsere Produkte braucht es immer dann, wenn etwas bewegt wird», erklärt Daniel Arn.
Wir haben keine Ahnung, was jetzt geschehen soll.
Die Hans Christen AG beliefert vor allem die Maschinenindustrie. Die Kundschaft stammt hauptsächlich aus der Schweiz. Ein gewisser Teil werde jedoch auch exportiert, sagt Arn, etwa nach Deutschland – oder in die USA. Und genau dies macht dem Unternehmen jetzt zu schaffen.
Wirtschaftsdiplomatie soll es richten
Nach Trumps Zoll-Ankündigung herrsche grosse Unsicherheit in der Firma, sagt Daniel Arn. «Wir haben keine Ahnung, was jetzt geschehen soll.» Klar sei nur: «31 Prozent Zölle – das können wir uns nicht leisten.»
Die Frage sei jetzt, ob man mit gewissen Lieferungen zuwarte – in der Hoffnung, dass die Schweizer Wirtschaftsdiplomatie bei US-Präsident Donald Trump etwas ausrichten kann. «Andernfalls müssen wir uns fragen, ob wir bereit sind, die USA als Kundin zu verlieren.»
Als Präsident des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern kennt er auch die Stimmung in anderen Unternehmen. «Am meisten sorgen sich jene, die einen grossen Teil ihrer Produktion in die USA liefern.» Für sie werde es schwierig, kurzfristig Lösungen zu finden. Denn: 31 Prozent Zölle könnten die wenigsten bezahlen.
Hohe Zölle hemmen Investitionen
Für die Hans Christen AG wäre der Verzicht auf Exporte in die USA nicht existenzgefährdend. Dennoch sieht Daniel Arn die neuen Zölle als grosse Belastung: «In unserer Branche herrscht bereits jetzt eine Zurückhaltung, wenn es um Investitionen geht – die Zollpläne verschärfen diese Entwicklung noch. Und das ist kein gutes Signal für die Absatzmärkte.»
Jetzt muss der Bundesrat alles in die Waagschale werfen, um die Situation zu beruhigen.
Darum erwartet Daniel Arn vom Bundesrat, dass er mit den USA eine Lösung findet. «Jetzt muss alles in die Waagschale geworfen werden, um die Situation zu beruhigen.» Gleichzeitig hofft der CEO, dass der US-Präsident realisiert, dass die hohen Zölle auch merkliche Auswirkungen auf die amerikanische Industrie haben könnten.