Die neue Wyss Academy for Nature hat an ihrem Berner Standort 15 Projekte aufgegleist, die sich mit dringenden Problemen an der Schnittstelle von Klima, Biodiversität und Landnutzung befassen. Das gaben Vertreter der Academy und des Kantons am Dienstag bekannt. In den nächsten zehn Jahren sollen 30 Millionen Franken in das Umsetzungsprogramm im Kanton Bern fliessen, wie es an einem Medientermin auf dem Lörmoos bei Herrenschwanden hiess. Die einzelnen Projekte wurden von Academy und Kanton gemeinsam definiert.
Die aufgegleisten Projekte verteilen sich über das ganze Kantonsgebiet. In den Projekten werden Lösungen für die grossen Herausforderungen in den Bereichen Klima, Biodiversität und Landnutzung gesucht, erforscht und erprobt.
Natürliche Kohlendioxid-Speicher
Der Medientermin fand auf dem Lörmoos statt, weil sich eines der 15 Projekte im Kanton um die bernischen Hochmoore dreht. Hochmoore werden von verschiedenen, spezialisierten Tier- und Pflanzenarten bewohnt. Sie speichern auf natürliche Weise Kohlendioxid. «Somit sind sie für die Themen Artenvielfalt und Klimawandel gleichermassen relevant», sagte Academy-Direktor Peter Messerli. «Hier und in weiteren Hochmooren des Kantons wollen wir deren Erhaltung und Regeneration effizienter und effektiver vorantreiben.»
Eine Auswahl der Berner Projekte
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Bild 1 von 5. Biodiversitätsverlust der Gewässer stoppen – trotz Klimawandel. Erhalt und Wiederherstellung der Biodiversität in Gewässern und Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel durch integrale Gewässersanierungen. Bildquelle: Fischereiinspektorat des Kantons Bern (Karin Gafner).
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Bild 2 von 5. CO2 – neutrale Tourismusregion Oberland-Ost. Die Tourismusregion Oberland-Ost soll CO2-neutral werden. Mit ihrer globalen Ausstrahlung als UNESCO-Weltnaturerbe will sie als gutes Beispiel vorangehen und massgeblich zum Transformationsprozess zu einem nachhaltigen Tourismus beitragen. Bildquelle: Interlaken Tourismus.
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Bild 3 von 5. Waldbrand-Management auf der Alpennordseite. Der Kanton Bern soll ein – der Klimaveränderung angepasstes – Risikomanagement zur Verhinderung und Bekämpfung von Waldbränden erhalten. Bildquelle: Amt für Wald und Naturgefahren (AWN).
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Bild 4 von 5. Nachhaltigkeit in Naturpärken erleben. Naturparkstationen sollen in den Berner Naturpärken Nachhaltigkeit greifbar und erlebbar machen und sie im Bewusstsein von Gästen und Bevölkerung verankern. Bildquelle: Naturpark Diemtigtal.
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Bild 5 von 5. Regionale Wertschöpfung Wald und Holz. Die regionale Wertschöpfung mit Wald und Holz soll wesentlich verbessert werden, unter Berücksichtigung der ökologisch und gesellschaftlich relevanten Ökosystemleistungen des Waldes. Bildquelle: Stefan Zöllig, Timbatec.
Weitere Projekte drehen sich beispielsweise um den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen Wasser und Boden im Drei-Seen-Gebiet oder um die Bekämpfung von invasiven gebietsfremden Arten im Kanton Bern. «Wir sind nicht nur eine forschende Organisation», betonte Academy-Direktor Messerli. «Wir setzen Projekte auch direkt um.»