Mit rund 126'000 Unterschriften reichte ein bunt gemischtes Komitee eine Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Die Initianten machten auf dem Bundesplatz mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam: Sie schütteten 8 Millionen Fünfräppler aus.
«Der Goldberg zeigt den Überfluss»
Für jeden Einwohner der Schweiz gebe es einen Fünfräppler, sagte Che Wagner, Mitinitiant und Organisator der Aktion. Damit solle symbolisch gezeigt werden, dass das Geld für ein bedingungsloses Grundeinkommen vorhanden wäre in der Schweiz. Es sei nur eine Frage der Organisation. «Der Goldberg zeigt den Überfluss.»
Die 8 Millionen Münzen – 15 Tonnen schwer und mit einem Gesamtwert von 400'000 Franken – karrten die Initianten mit einem Camion an. Das Ereignis zog zahlreiche Passanten und Touristen an.
Für die Aktion nahmen die Initianten einen Kredit auf und tauschten das Geld bei der Nationalbank in Fünfräppler um, was laut Wagner erst nach zähen Verhandlungen möglich war. Geplant ist, die Fünfräppler nach der Aktion wieder einzusammeln – abzüglich einiger hundert oder tausend Stücke, die Touristen und Passanten einsteckten.
Arbeit und Einkommen entkoppeln
Die Volksinitiative verlangt, dass jeder Erwachsene in der Schweiz vom Staat 2500 Franken pro Monat erhalten soll – für «ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben». Wer mehr verdienen will, soll dafür arbeiten. Nach der Aktion reichten die Initianten die Unterschriften bei der Bundeskanzlei ein.
Es regnet Fünfräppler auf den Bundesplatz
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Bild 1 von 6. Eine Mauer aus Möglichkeiten. Geht es nach den Urhebern der «Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen», führt nicht Arbeit zu Einkommen, sondern Einkommen zu Arbeit. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 6. Die Initianten von «Bedingungsloses Grundeinkommen» wollen mit den 15 Tonnen Fünfräppler-Stücken illustrieren, dass das Geld zur Umsetzung der Initiative in der Schweiz durchaus vorhanden wäre. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 6. Ein schöner Haufen Geld. 400'000 Franken Kredit hat das Initiativ-Komitee aufnehmen müssen, um den Platz vor dem Bundeshaus in «Gold» zu tauchen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 6. Wer seinem Bäcker Geld gibt, ermöglicht ihm die Produktion eines weiteren Brotes. Der Griff nach dem Geld ermöglicht also die Arbeit. Neu wäre nur die Bedingungslosgkeit. Alles klar? Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 6. Ob den Touristen aus China die tiefere Bedeutung der Aktion geläufig ist, darf bezweifelt werden. Ihr Bild von der Schweiz dürfte demgegenüber voll bestätigt sein. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 6. Genau davor fürchten sich die Gegner der Initiative: vor Leuten, die sich auf dem Geld anderer ausruhen. Ob das tatsächlich so wäre, vermag nicht einmal die Forschung zu sagen. Bildquelle: Keystone.